Haushalte so reich wie nie - Rekordsumme ungleich verteilt

Privathaushalte rund um den Globus sind nach Berechnung der Allianz in Summe so reich wie nie. Boomende Börsen ließen das Geldvermögen demnach im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro brutto klettern. Für das laufende Jahr prognostizieren die Volkswirte des Versicherers in der 17. Auflage ihrer jährlichen Vermögensstudie ("Global Wealth Report") ein weiteres Plus von 9 Prozent.
Besonders profitiert haben 2025 diejenigen, die Geld in Aktien und andere Wertpapiere investiert hatten: Vier von fünf Euro des Vermögenszuwachses in den 57 untersuchten Ländern gingen den Angaben zufolge auf Wertsteigerungen an den Kapitalmärkten zurück. Wie in den Jahren zuvor entfiel gut die Hälfte (51,4 Prozent) des globalen Wachstums der Finanzvermögen auf die USA. Nordamerikanische Haushalte haben fast zwei Drittel ihres Geldvermögens (60,7 Prozent) an der Börse angelegt.
Wachstum in Deutschland unterdurchschnittlich
Auch in Deutschland überholten Wertpapiere nach den Allianz-Daten mit einem Anteil von 37,1 Prozent erstmals die Bestände auf Bankkonten wie Tages- und Festgeld. Der Wertpapieranteil liegt aber immer noch weit unter dem internationalen Durchschnitt von 46,9 Prozent. Viele Deutsche sparen zwar wie die Weltmeister, mehren damit ihr Vermögen aber nur begrenzt.
Mit 4,9 Prozent Plus auf 9,9 Billionen Euro legten die Brutto-Geldvermögen hierzulande 2025 deutlich weniger zu als im globalen Durchschnitt und auch langsamer als ein Jahr zuvor in Deutschland mit damals 7,4 Prozent Wachstum.
Inflation schmälert Rendite
Berücksichtigt werden müsse zudem die Entwicklung der Teuerungsrate, erläuterte Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran: "Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen. Real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent." In Westeuropa sei die Entwicklung noch schwächer: Hier liege das reale Geldvermögen lediglich 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019. In Nordamerika seien es 21 Prozent, in China 70 Prozent.
Abzüglich von Schulden ergab sich Ende 2025 in den betrachteten Ländern, die nach Angaben der Allianz für 91 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und 72 Prozent der Weltbevölkerung stehen, ein Netto-Geldvermögen von 211,5 Billionen Euro. Dies seien 10,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Vermögen sehr ungleich verteilt
Mit umgerechnet 296.950 Euro Netto-Geldvermögen pro Kopf führen weiterhin die USA die Rangliste mit Abstand an, vor der Schweiz (275.980 Euro) und Dänemark (197.510 Euro). Deutschland liegt mit 91.780 Euro auf Platz 12 der 57 Länder. Schlusslicht ist unverändert Pakistan mit einem Pro-Kopf-Vermögen abzüglich Schulden von 490 Euro.
Generell ist die gewaltige Summe der privaten Geldvermögen sehr ungleich verteilt: In Deutschland besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte (53,7 Prozent) des gesamten Netto-Geldvermögens. Weltweit entfallen auf die reichsten zehn Prozent 85,4 Prozent. Fast drei Milliarden Menschen der in der Analyse erfassten Weltbevölkerung verfügen demnach über praktisch kein Nettofinanzvermögen.
Berücksichtigt werden in der Auswertung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien.