Grausamkeiten

An Merkel bleibt das Etikett der Unredlichkeit hängen. AZ-Chefreporter Matthias Maus über Roland Koch und seine Kürzungsvorschläge
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Matthias Maus
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An Merkel bleibt das Etikett der Unredlichkeit hängen. AZ-Chefreporter Matthias Maus über Roland Koch und seine Kürzungsvorschläge

Weiß er was tut? Man sollte bei Roland Koch nicht dem Irrtum verfallen, da drehe einer durch. Spätestens seit seiner Anti-Doppelpass-Kampagne hat er bewiesen, dass man auch mit Anrüchigem und Anstößigem Erfolg in der Politik haben kann. Jetzt probiert er es halt noch einmal.

Zwar sind Kürzungen im Bildungsbereich nicht gerade populär, und richtig wären sie auch nicht, aber Koch legt mit seinem Vorstoß den Finger in die Wunde. Die Politik der Bundesregierung hat in den vergangenen sechs Monaten dafür gesorgt, dass Merkel jetzt ein Problem namens Koch hat.

Es ist ja nicht so, dass die Euro-Krise wie ein Erdbeben über uns gekommen ist. Dass gespart werden muss, dass Ausgaben nicht unendlich steigerbar sind, ist nicht erst seit der Schuldenbremse klar. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Teilzeit-realitätsblinder Koalitionspartner haben die Frage nach der Finanzierbarkeit ihrer Projekte einfach nicht wahrhaben wollen.

Nach der Wahl in NRW würden die Grausamkeiten beginnen, hieß es. Das tritt jetzt ein. Wir werden es spüren, da muss man kein Prophet sein. Als Eltern, als Studenten, als Häuslebauer, als Mieter und als Rentner. Es ist unredlich zu behaupten, irgendjemand – außer den Banken – käme bei der Schuldenkrise ungeschoren davon.

Das Etikett der Unaufrichtigkeit bleibt an der Kanzlerin hängen, erst recht, wenn einer wie Koch ihrem Machtwort einfach widerspricht. Das ist Aufstand, das ist Zerfall der Macht. Die Zeit der Grausamkeit hat auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel begonnen.

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