Fortschritte bei Suche nach Tarifkompromiss für Bahn

Kurz drüber geschlafen und weiter geht's: Die Bahngewerkschaft EVG und der bundeseigene Konzern wollen ihre Dauerverhandlungen über einen neuen Tarifvertrag am Vormittag fortsetzen.
| dpa
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Berlin - Die Dauerverhandlungen der Bahngewerkschaft EVG und des bundeseigenen Konzerns über einen neuen Tarifvertrag sollen am Vormittag fortgesetzt werden. In stundenlangen Gesprächen, unterbrochen von einigen Pausen, waren sich beide Seiten seit Donnerstag zwar näher gekommen. So hatte die Bahn am Sonntag ein neues Angebot vorgelegt. Dabei ging es um das Wahlmodell für rund 150.000 Beschäftigte, bei dem sich die Arbeitnehmer zwischen mehr Geld und mehr Freizeit entscheiden können. Der Durchbruch stand aber noch aus. Am frühen Montagmorgen wurde zunächst wieder eine Denkpause eingelegt.

"Wir sind gut vorangekommen", sagte Bahn-Sprecherin Dagmar Kaiser. Beim Wahlmodell habe es eine "wichtige Annäherung" gegeben. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hatte sich die Bahn bereit erklärt, die Freizeit auch in Form von sechs Urlaubstagen zu gewähren. Darauf hatte die EVG bestanden. Umstritten war aber noch, wie dies in der Praxis umgesetzt wird. Die Bahn hatte für das Wahlmodell bereits zuvor ein Volumen akzeptiert, das 2,5 Prozent Einkommenserhöhung entspricht.

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Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sah Fortschritte. "Nach allem, was wir bisher erreicht haben, ist die Zeit reif für einen Abschluss. In weiteren langwierigen Verhandlungen sehen wir keinen Sinn. Die Entscheidung muss jetzt fallen", erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Offene Fragen gebe es noch bei der geforderten Lohnerhöhung sowie der zu vereinbarenden Laufzeit. Die EVG hatte Warnstreiks angekündigt, wenn in dieser Runde kein Tarifabschluss zustande kommt.

In den Verhandlungen, die um 10.00 Uhr fortgesetzt werden sollten, geht es auch um die künftige Höhe der Einkommen. Alles im allem haben die Forderungen der Gewerkschaft ein Volumen von umgerechnet 7,0 Prozent. Das Bahn-Angebot summiert sich auf 4,2 Prozent. Es bezieht sich auf eine Vertragslaufzeit von 27 Monaten bis Ende 2018. Die EVG strebt einen kürzeren Tarifvertrag an.

Parallel zur EVG verhandelt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit der Bahn über neue Tarife für die rund 35 000 Beschäftigten des Zugpersonals. Bahn und GDL treffen sich am 16. Dezember das nächste Mal.

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