Firmenpleiten auch im Januar gestiegen
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist zu Beginn des laufenden Jahres vergleichsweise moderat gestiegen. 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen zählten die Amtsgerichte im Januar und damit 4,9 Prozent als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Angaben mitteilte. Im Dezember war noch ein Anstieg der Fälle um fast 14 Prozent verzeichnet worden.
Besonders betroffen im Januar: das Gastgewerbe mit 9,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Aber auch Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe waren nach Angaben der Wiesbadener Statistiker stark betroffen.
Ob alle Fälle von den Insolvenzgerichten so weit gebracht werden, dass sie in die amtliche Statistik eingehen, ist noch offen. Der Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt dem Bundesamt zufolge oft fast drei Monate davor.
Weiter steigende Zahlen erwartet
Nachhaltige Entspannung ist vorerst nicht in Sicht: Nach jüngsten Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das monatlich die Entwicklung der Insolvenzen analysiert, stieg die Zahl der Firmenpleiten mit 4.573 Fällen im ersten Quartal 2026 auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Höher lagen die Zahlen zuletzt im dritten Quartal 2005.
Auch für das laufende Quartal sieht IWH-Forscher Steffen Müller wenig Raum für Optimismus: "Es ist möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen." Für März zählte das IWH 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland, das waren 71 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019 - also vor der Corona-Pandemie.
Seit Jahren rollt die Pleitewelle
In der Wirtschaftskrise 2025 waren amtlichen Zahlen zufolge so viele Unternehmen in Deutschland in die Pleite gerutscht wie seit 2014 nicht: 24.064 Fälle waren nach Angaben des Statistischen Bundesamt gut 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schon 2023 und 2024 hatte die Zahl der Firmenpleiten deutlich um jeweils mehr als 20 Prozent zugelegt.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
- Themen:
- Statistisches Bundesamt
