Ferienstimmung steigt, Benzinpreise sinken

Die Preisrückgänge auf dem Öl-Weltmarkt entlasten die deutschen Autofahrer. Ein Liter Super E10 kostet aktuell 1,45 Euro, ein Liter Diesel 1,15 Eur
Eckart Gienke |
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Weil mehr Öl angeboten als nachgefragt wird, können sich die deutschen Autofahrer über billigen Sprit freuen.
Weil mehr Öl angeboten als nachgefragt wird, können sich die deutschen Autofahrer über billigen Sprit freuen.

Die Preisrückgänge auf dem Öl-Weltmarkt entlasten die deutschen Autofahrer. Ein Liter Super E10 kostet aktuell 1,45 Euro, ein Liter Diesel 1,15 Euro

Benzin und Diesel sind mit dem Ferienbeginn in den meisten Bundesländern etwas billiger geworden. Der Benzinpreis ist in den vergangenen Tagen leicht gesunken, sagt Christian Küchen, Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV). Für einen Liter Super E10 müssen die Autofahrer im Schnitt derzeit etwa 1,45 Euro ausgeben, für Diesel 1,15 Euro. Das sind beim Benzin 10 Cent und beim Diesel 20 Cent weniger als vor einem Jahr.

Grund sei eine leichte Entspannung bei den Einkaufspreisen, erklärt Küchen: „Das sind Weltmarkt-Preise, kein Land kann da national ausscheren.“

Den gegenwärtig sehr ausgeprägten Unterschied zwischen dem Benzin- und dem Dieselpreis von rund 30 Cent je Liter führt Küchen auf eine global hohe Benzin-Nachfrage zurück.

In der Vergangenheit hatten die Spritkosten zum Beginn größerer Reisewellen in der Ferienzeit oft zugenommen.

Wenn der Iran wieder Öl exportiert, wird der Sprit noch billiger

Der Rohstoff Rohöl bleibt im langjährigen Vergleich aber so günstig wie lange nicht mehr – das Angebot ist hier höher als die Nachfrage und könnte weiter steigen, sobald der Iran wieder mehr Öl exportieren darf.

In Deutschland habe sich die Konkurrenz unter den Tankstellen durch die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts nochmals verschärft. „Ein ohnehin schon transparenter Markt ist damit noch transparenter geworden“, sagt Küchen. Die heftigen Preisschwankungen um bis zu 15 Cent je Liter täglich seien dem Verbraucher zwar schwer zu erklären, aber letztlich Ausdruck eines intensiveren Wettbewerbs.

Die nur schleppend anlaufende Elektromobilität habe langfristig eine Zukunft, schätzt er: „Die Zukunft sehe ich eher im Hybridauto, nicht im reinen Elektroauto.“

In der Bundesrepublik hat sich der Absatz von Ölprodukten durch den Preisrutsch an den internationalen Märkten stabilisiert. Vor allem Heizölkunden füllten ihre Tanks, auch der Dieselverkauf nahm zu. Mit dem Benzinexport steigen die Erlöse der zwölf deutschen Raffinerien, die im Kerngeschäft rund 20 000 Menschen beschäftigen. Dennoch habe die Branche, deren Sprecher Küchen seit April ist, einige Sorgen.

Es werde insbesondere von der künftigen Regelung des Emissionshandels in Europa sowie von der deutschen Umweltgesetzgebung abhängen, ob die Raffinerien im Wettbewerb bestehen. „Sie haben viel investiert und sind sehr wettbewerbsfähig“, betont Küchen. Es drohe jedoch Konkurrenz auch aus Asien. „Letztlich brauchen wir ein weltweites CO2-Regime.“

Eine Herausforderung sei zudem der mögliche Einschluss selbst produzierten Stroms in die Ökostrom-Umlage. Vorerst noch bis Ende 2016 sind Industriebetriebe, die einen Teil ihrer Elektrizität in Eigenregie erzeugen, davon befreit.

Werden sie herangezogen, dürften die Energiekosten nach Ansicht von Experten steigen. „Solche Unsicherheiten sind kritisch“, warnt Küchen.

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