EZB-Strafzins: So trifft er die deutschen Sparer

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinflusst auch die Sparer – sie zahlen die Zeche. Die AZ zeigt die Verlierer und wer sogar profitieren kann.
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Bankgebühren/Dispozins: Viele Banken wollen derzeit von Privatkunden noch keine Negativzinsen verlangen. Allerdings könnten Geldhäuser gezwungen sein, aufgrund ihrer Zahlungen an die EZB an der Gebührenschraube zu drehen. Denn sie müssen schauen, wo sie heute überhaupt noch Geld verdienen können. Eine Option sehen Verbraucherschützer in den ohnehin oft überhöhten Dispozinsen.
dpa 6 Bankgebühren/Dispozins: Viele Banken wollen derzeit von Privatkunden noch keine Negativzinsen verlangen. Allerdings könnten Geldhäuser gezwungen sein, aufgrund ihrer Zahlungen an die EZB an der Gebührenschraube zu drehen. Denn sie müssen schauen, wo sie heute überhaupt noch Geld verdienen können. Eine Option sehen Verbraucherschützer in den ohnehin oft überhöhten Dispozinsen.
Sparbuch: Der einstige Liebling der Sparer wirft ebenso wie das Tagesgeld nichts mehr ab. Die Zinspolitik ist für Verbraucher, die in sichere Anlageprodukte investieren, also kritisch. Experten raten, Ersparnisse anders zu verteilen. Wer Rendite will, sollte Mut aufbringen und etwa mehr in Aktien investieren. Wichtig: Auf lange Zeit anlegen, um Kursverluste aussitzen zu können.
dpa 6 Sparbuch: Der einstige Liebling der Sparer wirft ebenso wie das Tagesgeld nichts mehr ab. Die Zinspolitik ist für Verbraucher, die in sichere Anlageprodukte investieren, also kritisch. Experten raten, Ersparnisse anders zu verteilen. Wer Rendite will, sollte Mut aufbringen und etwa mehr in Aktien investieren. Wichtig: Auf lange Zeit anlegen, um Kursverluste aussitzen zu können.
Krankenkassen: Negativzinsen seien derzeit kein Problem, heißt es beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Auch beim Verband der Privaten Krankenversicherung gibt man sich gelassen. Im Schnitt erwirtschafteten die Privaten eine Nettoverzinsung von mehr als 3,5 Prozent: Versicherte müssten also keine höheren Beiträge in Folge von Negativzinsen befürchten, heißt es.
dpa 6 Krankenkassen: Negativzinsen seien derzeit kein Problem, heißt es beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Auch beim Verband der Privaten Krankenversicherung gibt man sich gelassen. Im Schnitt erwirtschafteten die Privaten eine Nettoverzinsung von mehr als 3,5 Prozent: Versicherte müssten also keine höheren Beiträge in Folge von Negativzinsen befürchten, heißt es.
Baukredite: Häuslebauer und andere Kreditnehmer können sich hingegen freuen, denn das Zinsniveau wird weiter niedrig bleiben. Auch wer eine Anschluss-Finanzierung braucht, kann in Ruhe nach passenden Angeboten fahnden. Allerdings warnt der Chef der Deutschen Bank, John Cryan: Falls die Zinsen negativer würden, müssten Banken höhere Zinsen für Kredite fordern.
Jens Büttner/dpa 6 Baukredite: Häuslebauer und andere Kreditnehmer können sich hingegen freuen, denn das Zinsniveau wird weiter niedrig bleiben. Auch wer eine Anschluss-Finanzierung braucht, kann in Ruhe nach passenden Angeboten fahnden. Allerdings warnt der Chef der Deutschen Bank, John Cryan: Falls die Zinsen negativer würden, müssten Banken höhere Zinsen für Kredite fordern.
Renten- und Geldmarktfonds: Bei Geldmarktfonds und Rentenfonds mit kurzer Laufzeit wird es bei steigenden Strafzinsen immer schwieriger, Renditen zu erzielen. Im Schnitt halten die Fonds drei bis fünf Prozent des Volumens liquide vor – falls Anleger Anteile zurückgeben wollen. Dieses Geld wird von einigen Banken negativ verzinst. Die Negativzinsen entwickeln sich so zu einer Substanzbesteuerung für Anleger.
dpa 6 Renten- und Geldmarktfonds: Bei Geldmarktfonds und Rentenfonds mit kurzer Laufzeit wird es bei steigenden Strafzinsen immer schwieriger, Renditen zu erzielen. Im Schnitt halten die Fonds drei bis fünf Prozent des Volumens liquide vor – falls Anleger Anteile zurückgeben wollen. Dieses Geld wird von einigen Banken negativ verzinst. Die Negativzinsen entwickeln sich so zu einer Substanzbesteuerung für Anleger.
Lebensversicherungen: Auch sie werfen immer weniger ab. Das Problem der Lebensversicherer: Sie legen das Geld ihrer Kunden vor allem in Staatsanleihen an, die als sicher gelten. Diese werfen wegen der EZB-Politik aber kaum noch was ab. Versicherern fällt es schwer, hohe Garantieversprechen zu erwirtschaften. Garantiezins und Überschussbeteiligung sinken daher seit Jahren.
dpa 6 Lebensversicherungen: Auch sie werfen immer weniger ab. Das Problem der Lebensversicherer: Sie legen das Geld ihrer Kunden vor allem in Staatsanleihen an, die als sicher gelten. Diese werfen wegen der EZB-Politik aber kaum noch was ab. Versicherern fällt es schwer, hohe Garantieversprechen zu erwirtschaften. Garantiezins und Überschussbeteiligung sinken daher seit Jahren.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinflusst auch die Verbraucher – sie zahlen die Zeche. Die AZ zeigt die Verlierer und wer sogar profitieren kann.

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag zum großen Schlag ausgeholt: Sie brummt den Banken noch höhere Strafzinsen für geparktes Geld auf (0,4 Prozent), wenn die Geldhäuser kurzzeitig Geld bei der Notenbank bunkern.

Den Leitzins senkte die EZB auf 0,0 Prozent (zuvor: 0,05 Prozent). Zudem pumpt die EZB mit Chef Mario Draghi weitere Milliarden in den Markt, indem sie noch mehr Staatsanleihen und andere Wertpapiere kauft („Quantitative Easing“). Damit sollen eine Mini-Inflation und die schwächelnde Konjunktur angekurbelt werden.

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Genau das kritisiert der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. „Mehr Wasser hilft nicht, wenn die Pferde nicht saufen wollen“, sagte Sinn. „Die EZB scheint am Ende ihres Lateins angekommen.“

Auch den höheren Negativzins attackiert er scharf: Mit dieser Entscheidung trage die EZB zur Rettung von Zombiebanken und fast konkursreifen Staaten bei. Die Nebenwirkungen der EZB-Politik treffen aber auch Verbraucher. Wie, das erfahren Sie in der Bilderstrecke.

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