Exportkontrollen auf Helium - China will Versorgung sichern

Peking beschränkt die Ausfuhr des wichtigen Edelgases Helium. Hintergrund ist, die eigene Versorgung zu sichern. Doch warum fürchtet China, dass das Gas nicht reichen könnte?
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Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums rechtfertigte das Vorgehen Pekings. (Archivbild)
Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums rechtfertigte das Vorgehen Pekings. (Archivbild) © Johannes Neudecker/dpa
Peking

Nach einer Ankündigung von Exportkontrollen auf Helium hat China weitere Details für seine Maßnahmen bekannt gemacht. Die Volksrepublik sei ein wichtiger Importeur des Edelgases, sagte der Sprecher des Handelsministeriums He Yadong in Peking. Die vorübergehende Entscheidung für ein Ausfuhrverbot von Helium diene dazu, die inländische Versorgung sicherzustellen, erklärte er weiter.

Helium ist ein wichtiger Bestandteil im Herstellungsprozess von Computerchips, weil es zur Kühlung der Chips und zur Reinhaltung in der Produktion benötigt wird. Die Nachfrage vor allem nach Hochleistungschips ist wegen der boomenden Entwicklung von Künstlicher Intelligenz stark gestiegen. 

Peking hatte die Maßnahme am vergangenen Freitag angekündigt. Sie trat noch am selben Tag in Kraft. Sprecher He betonte, dass Chinas Vorgehen im Einklang mit den chinesischen Gesetzen für Außenhandel stehe. Je nach Veränderung von Angebot und Nachfrage im In- und Ausland passe Peking die Ausfuhrkontrolle entsprechend an, fuhr er fort. 

Warum China die Ausfuhr beschränkt

Anders als bei den Exportkontrollen auf seltene Erden gilt die Beschränkung bei Helium nicht als politisches Druckmittel Chinas auf seine Handelspartner. Die Volksrepublik gilt nicht als wichtiger Exporteur des Gases. Vielmehr dürfte Peking auf die schwierige Versorgungslage als Folge des Iran-Kriegs reagieren wollen, da Helium zu einem großen Teil aus dem Nahen Osten kommt. 

Laut den Experten der Analysten-Gruppe Trivium China importiert die Volksrepublik mehr als 85 Prozent ihres Helium-Bedarfs. Die Hälfte davon stammt demnach aus Katar, einem der wichtigsten Helium-Lieferanten. Russland als weiteres Herkunftsland hatte im April Exportbeschränkungen auf das Edelgas eingeführt. China will laut Trivium vermeiden, dass Exporteure die hohen Heliumpreise auf dem Markt nutzen, das Gas dort veräußern und so die heimische Versorgung gefährden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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