Expertin: Trumps Zollversprechen gehen nicht auf

Vor einem Jahr rief Donald Trump den "Liberation Day" aus und kündigte Zölle für zahlreiche Länder an. Eine Expertin zieht eine eindeutige Bilanz.
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(Archivbild) © Mark Schiefelbein/AP/dpa
Washington

Vor einem Jahr gab US-Präsident Donald Trump eine große Zolloffensive bekannt - doch aus Sicht der US-Expertin Laura von Daniels geht das Kalkül hinter den Maßnahmen nicht auf. "Bei den Konsumenten und den meisten Unternehmen in den USA sorgen die Zölle für höhere Kosten", teilte die Politökonomin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mit. "Zusammen mit den durch den Iran-Krieg drastisch steigenden Energiepreisen heizen auch die Zölle die Inflation erneut an."

Von Trumps Versprechen, die Lebenshaltungskosten zu reduzieren, bleibe kaum etwas übrig. Ein weiteres nicht eingehaltenes Versprechen seien hohe Mehreinnahmen aus Zöllen, um die Haushaltslage in den USA zu verbessern.

Trump habe Probleme ohne Not selbst geschaffen

"Trump hat durch seine Steuerreform das Haushaltsdefizit vergrößert. Nun drohen außerdem der Iran-Krieg und weitere Militärmaßnahmen noch weitere Löcher in den Staatshaushalt zu reißen", betonte von Daniels. Der Hauptschaden für die US-Wirtschaft entstehe jedoch durch die Unsicherheit, die Trumps Politik unter Marktteilnehmern schafft. "All diese Probleme hat Trump - ohne Not - selbst geschaffen."

In einer geopolitisch so angespannten Lage müsse man außerdem mit weiteren schwer kalkulierbaren Risiken rechnen, etwa Verwerfungen auf Energiemärkten und Lieferkettenunterbrechungen bei kritischen Produkten. "Das macht es noch unbegreiflicher, warum man mit der ganzen Welt einen Zollkrieg anzettelt", so von Daniels.

Ein Jahr nach dem "Liberation Day"

Heute vor einem Jahr kündigte Trump am sogenannten "Liberation Day" - dem "Tag der Befreiung" - hohe Sonderzölle auf Waren aus zahlreichen Ländern an. Die aggressive Zollpolitik ist ein Kernelement von Trumps zweiter Amtszeit. Der Supreme Court - der Oberste Gerichtshof der USA - hat mittlerweile entschieden, dass viele seiner Zölle in der bisherigen Form unzulässig sind.

Die Entscheidung des Supreme Court habe Trumps Zollpolitik zwar einen Dämpfer verpasst, könne ihn aber nicht aufhalten, so von Daniels. Wie angekündigt, habe Trump unmittelbar nach dem Urteil andere Zölle erhoben. Die US-Regierung erwäge bereits neue Handelsmaßnahmen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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