EU-Kommission prüft Porta-Übernahme durch XXXLutz

Ein viel beachteter Deal in der Möbelbranche könnte EU-Recht gebrochen haben. Brüssel eröffnet deshalb ein Ermittlungsverfahren. Welcher Vorwurf steht im Raum?
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Die XXXLutz-Unternehmensgruppe ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler. (Archivbild)
Die XXXLutz-Unternehmensgruppe ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler. (Archivbild) © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Porta Westfalica

Die Europäische Kommission untersucht die Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelriesen XXXLutz wegen möglicher Verstöße gegen EU-Wettbewerbsrecht. Konkret stehen die Unternehmen im Verdacht, mit der Durchführung der Übernahme nicht abgewartet zu haben, bis eine Genehmigung dafür vorlag, wie die Brüsseler Wettbewerbshüter mitteilten. 

Die geplante Transaktion zwischen XXXLutz und Porta wurde demnach Anfang Januar 2025 öffentlich bekanntgegeben, bei der EU-Kommission bislang aber nicht förmlich angemeldet. "Nach vorläufiger Einschätzung der Kommission hat diese Transaktion eine EU-weite Bedeutung und wäre der Kommission zu melden", heißt es in der Mitteilung. 

Stillhalteverpflichtung nicht eingehalten? 

Bis zur Freigabe dürfen die beteiligten Unternehmen laut EU-Regeln keine Maßnahmen ergreifen, die zu einem faktischen Kontrollwechsel führen - etwa die Abstimmung von Geschäftsabläufen oder den Austausch sensibler und wettbewerbsrelevanter Informationen. Der EU-Kommission lägen Hinweise vor, wonach XXXLutz und Porta möglicherweise gegen diese sogenannte Stillhalteverpflichtung verstoßen hätten, heißt es in der Mitteilung.

Sollten die Wettbewerbshüter einen Verstoß feststellen, könnten sie gegen die Unternehmen eine Strafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes verhängen. Unabhängig von der nun eröffneten Untersuchung soll laut Brüsseler Behörde geklärt werden, ob die Übernahme grundsätzlich mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar ist. 

XXXLutz gehört nach eigenen Angaben zu größten Möbelhändlern der Welt 

Die deutsche Möbelindustrie sprach im vergangenen Jahr angesichts der geplanten Übernahme von einer "dramatischen Nachricht". "Käme dieser Kauf zustande, würde sich die ohnehin schon hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter verschärfen und eine bedrohliche Größenordnung erreichen", hieß es in einer Reaktion der Verbände der deutschen Möbelindustrie. 

Die XXXLutz-Unternehmensgruppe, zu der auch Mömax und Poco gehören, ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler. Porta gibt es seit 1965. Damals wurde das erste Einrichtungshaus in der Nähe von Porta Westfalica errichtet.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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