Milliarden für Moskau – EU kauft noch immer russisches LNG

Erst in etwa eineinhalb Jahren darf per Verordnung kein Gas aus Russland mehr in die EU importiert werden. Bislang kommt es noch via Tanker und auch via Pipeline - und beschert Moskau Milliarden.
Katharina Redanz und Ann-Kristin Wenzel, dpa |
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Ab November 2027 gilt in der EU ein vollständiges Importverbot für Flüssigerdgas (LNG) aus Russland. (Archivbild)
Ab November 2027 gilt in der EU ein vollständiges Importverbot für Flüssigerdgas (LNG) aus Russland. (Archivbild) © Stefan Sauer/dpa
Brüssel

Die EU hat im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert. Das sind rund 3 Prozent weniger als 2024 (rund 7,6 Milliarden), wie aus Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. 

Insgesamt wurde 2025 Flüssigerdgas (LNG; liquefied natural gas) im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro importiert. Das meiste - für rund 24,2 Milliarden Euro - kam aus den USA. 

Warum fließt weiter Gas aus Russland in die EU?

Während die EU für fossile Energieträger wie Öl und Kohle schnell nach der russischen Invasion der Ukraine weitgehende Einfuhrverbote auf den Weg brachte, gab es wegen Abhängigkeiten lange keine Gas-Sanktionen. Der Brennstoff kommt derzeit noch als Flüssigerdgas (LNG) und durch die Pipeline Turkstream aus Russland in die Staatengemeinschaft. Ab 2027 gilt aber ein vollständiges Importverbot für LNG aus Russland. Die Strafmaßnahme ist Teil eines im Oktober beschlossenen Sanktionspakets gegen Moskau.

Zudem trat Anfang des Monats eine neue Verordnung in Kraft, die schrittweise und ab spätestens 1. November 2027 die Einfuhr sämtlicher russischer Gaseinfuhren in die Staatengemeinschaft untersagt. Die Verordnung soll neben einem Importverbot auch für Pipeline-Gas aus Russland ebenso rechtliche Sicherheit schaffen: Während die Sanktionen gegen Moskau alle sechs Monate verlängert werden müssen und Einstimmigkeit unter den Mitgliedstaaten erfordern, gilt sie dauerhaft. 

Allerdings enthält die Verordnung eine Art Sicherheitsklausel, falls die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer Mitgliedstaaten ernsthaft gefährdet sein sollte. Unter diesen Umständen könnte die EU-Kommission den betroffenen EU-Ländern erlauben, Einfuhrverbote für Gas auszusetzen. Nur wenn ein Mitgliedstaat den Notstand ausruft, sind dann zeitlich begrenzte Lieferungen erlaubt.

Hintergrund für das Einfuhrverbot ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es soll sichergestellt werden, dass sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem soll der vollständige Importstopp es der Rohstoffgroßmacht Russland erschweren, ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter zu finanzieren.

Sind deutsche Unternehmen betroffen?

Ja, das bundeseigene deutsche Energieunternehmen Sefe ist von dem Einfuhrverbot betroffen. Auf Basis eines bestehenden, langfristigen Vertrags importiert es derzeit noch weiter Flüssigerdgas aus Russland in die EU. Das Unternehmen hieß früher Gazprom Germania, war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom und wurde als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Energiekrise in Deutschland verstaatlicht.

Hat ein Importverbot Folgen für Verbraucher?

Nach früheren Angaben der Europäischen Kommission brauchen sich Verbraucherinnen und Verbraucher keine großen Sorgen machen. Einer Analyse der Behörde zufolge könnten die verbleibenden Gasmengen ohne Risiken für die Versorgungssicherheit auslaufen. Auf dem globalen Gasmarkt gebe es genügend alternative Anbieter.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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