Erste EZB-Entscheidungen zu Ende der Geldflut erwartet

Europas Währungshüter dürften an diesem Donnerstag den Einstieg in den Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik beschließen.
| dpa
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Frankfurt/Main - Notenbank-Präsident Mario Draghi hatte im September angekündigt, der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) werde im Oktober die Weichen stellen. Volkswirte erwarten, dass nach der Sitzung in Frankfurt (13.45 Uhr) ein allmähliches Abschmelzen der milliardenschweren Anleihenkäufe verkündet wird.

Nach Einschätzung von Ökonomen wird die Notenbank festlegen, dass sie von Januar an weniger Wertpapiere erwirbt, die Käufe aber um bis zu neun Monate verlängert. Das Kaufvolumen dürfte auf 25 Milliarden bis 30 Milliarden Euro monatlich sinken. Derzeit steckt die EZB jeden Monat 60 Milliarden Euro in Staats- und Unternehmensanleihen - nach bisheriger Planung bis mindestens Ende 2017.

Sparer müssen sich dagegen wohl noch gedulden. Volkswirte rechnen vorerst nicht mit einer Zinserhöhung für die 19 Euroländer. Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, dürfte auf dem Rekordtief von null Prozent bleiben.

Notenbank versucht, Konjunktur und Teuerung anzuschieben

Auch den Einlagenzins wird die EZB nach Einschätzung von Beobachtern zunächst nicht antasten. Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, müssten dafür somit weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Mit der vor allem in Deutschland umstrittenen ultralockeren Geldpolitik versucht die Notenbank seit Jahren, die Konjunktur und die Teuerung anzuschieben. Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Weil die Zeiten von Inflationsraten nahe Null vorerst vorbei sind und die Konjunktur im Euroraum in Schwung kommt, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Im September lag die Jahresteuerung im Euroraum bei 1,5 Prozent. In Deutschland waren es 1,8 Prozent. Zieht die Notenbank die Zügel zu schnell an, könnte das allerdings Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.

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