Ebay muss Jahresziele senken

Der Onlineriese Ebay steht mit der Trennung von seinem Bezahldienst PayPal vor einem deutlich schwächeren Wachstum. PayPal war im vergangenen Quartal wieder das klare Zugpferd.
dpa |
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San Jose - Auch mit dem Dienst im Konzernverbund musste Ebay die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr senken. Der Umsatz dürfte deutlich geringer ausfallen als bisher erwartet, teilte Ebay am Mittwoch mit.

Investoren reagierten zunächst sehr empfindlich - die Ebay-Aktie fiel nachbörslich zwischenzeitlich um fast fünf Prozent. Allerdings reduzierte sich das Minus nach einer Weile auf gut ein Prozent.

Im dritten Quartal konnte Ebay seinen bereinigten Gewinn im Jahresvergleich nur um ein Prozent auf 848 Millionen Dollar (663,5 Mio Euro) steigern. Unterm Strich gab es einen Rückgang von zwei Prozent auf 673 Millionen Dollar. Beim Umsatz verbuchte Ebay ein Plus von zwölf Prozent auf 4,35 Milliarden Dollar.

Treibende Kraft war dabei erneut PayPal. Die Bezahlsparte schaffte einen Umsatzanstieg um 20 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar. "PayPal hatte ein weiteres starkes Quartal", sagte Ebay-Chef John Donahoe. Die Tochter fand im Berichtszeitraum gut 4 Millionen neue Kunden und baute ihre Nutzerschaft auf 157 Millionen aus.

Ebays Kerngeschäft, der Online-Marktplatz, kam auf ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar. Die Zahl der Nutzerkonten legte um 3,4 Millionen auf 152 Millionen zu. Auch das kann sich durchaus sehen lassen, reicht jedoch bei weitem nicht an das Wachstum bei PayPal heran. Das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ist für die Ebay-Plattform sehr wichtig. Ebay hatte die Nutzer im Mai nach einem Hacker-Angriff auffordern müssen, die Passwörter zu ändern. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern bremsten die Nachwirkungen des Vorfalls das Geschäft noch in den vergangenen Monaten.

Auf den Beitrag von PayPal kann sich Ebay dabei nicht mehr lange verlassen. Der Konzern hatte jüngst angekündigt, die Sparte im kommenden Jahr an die Börse zu bringen. Nun gab das Unternehmen auch noch einen gesenkten Ausblick ab. Ebay rechnet mit einem Umsatz zwischen 17,85 und 17,95 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014. Vorher hatte die Prognose zwischen 18 und 18,3 Milliarden Dollar gelegen. Auch der Gewinn könnte unter den Markterwartungen liegen.

Donahoe demonstrierte Zuversicht und betonte, dass Ebay und PayPal im raschen Wandel des Markts für Internethandel und mobiles Bezahlen allein jeweils am meisten profitieren würden. Vor kurzem hatte das allerdings noch ganz anders geklungen.

Als der einflussreiche Großinvestor Carl Icahn Anfang des Jahres eine Kampagne zur Abspaltung von PayPal startete, hatte sich vor allem Donahoe vehement dagegen gestemmt. Vor zwei Wochen gab Ebay dann die Trennung bekannt. Icahn triumphierte, und Donahoe wird seinen Chefposten bald abgeben.

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