DIW-Ökonomin: Ölversorgung in Europa gesichert

Der Ölpreis liegt weiter über der Marke von 100 US-Dollar. Wie sieht es mit der Versorgung hierzulande aus? Eine DIW-Expertin gibt Antworten.
von  dpa
Der Ölpreis zog zuletzt wieder deutlich an. (Symbolbild)
Der Ölpreis zog zuletzt wieder deutlich an. (Symbolbild) © epa Larry W. Smith/dpa

Nach dem sprunghaften Anstieg der Ölpreise infolge der Eskalation im Iran-Krieg sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Versorgung in Deutschland und Europa weiterhin stabil. Aktuell sei die Versorgung mit Rohöl und Mineralölprodukten wie Benzin und Diesel weiterhin gesichert, erklärte DIW-Ökonomin Franziska Holz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Schwieriger ist die Lage bei der Versorgung mit Kerosin." Weil Deutschland und Europa Öl aus vielen verschiedenen Quellen bezögen, sei nicht mit einem großflächigen Lieferausfall zu rechnen. 

Holz erläuterte, dass angesichts des fortgesetzten Konflikts im Persischen Golf und rund um die Straße von Hormus in absehbarer Zeit nicht mit einem Rückgang des Ölpreises zu rechnen sei.

Importe von Rohöl, Benzin und Diesel aus dem Persischen Golf hätten in Europa auch vor der Unterbrechung der Lieferungen nur eine untergeordnete Rolle gespielt, so die Expertin. Weil der Ölmarkt aber international vernetzt sei, spüre man auch hierzulande den hohen Preis. Insgesamt seien im Weltölmarkt fast 20 Prozent weniger Mengen als vor dem Krieg verfügbar. "Daher wäre es wichtig, auch in Deutschland und Europa Benzin und Diesel zu sparen." 

Zuletzt sprunghafter Anstieg beim Öl

Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent war am Donnerstag auf 100 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Auch am Freitag lag der Wert noch oberhalb dieser Marke mit 100,33 Dollar je Barrel (159 Liter) für Öl aus der Nordsee. 

Die Lage hatte sich Anfang des Monats wieder verschärft, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA schlugen inzwischen die 13. Nacht in Folge mit Angriffen zurück. Seither hat der Brent-Preis um mehr als 40 Prozent zugelegt, nachdem er wegen einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zwischenzeitlich von seinem Jahreshoch von fast 130 Dollar bis auf rund 70 Dollar zurückgefallen war.

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