DHL trotzt Flaute – Brief- und Paketgeschäft überrascht
Trotz der schwachen Weltkonjunktur hat der Logistikkonzern DHL bessere Geschäfte gemacht. Der Umsatz im vergangenen Jahr fiel zwar um 1,6 Prozent auf rund 82,9 Milliarden Euro, unter anderem wegen des schwachen US-Dollars. Zugleich legte das operative Ergebnis (Ebit) von DHL aber um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen in Bonn mitteilte.
Kosten wurden demnach gesenkt und Arbeitsabläufe effizienter gemacht, etwa durch den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz. Routen seien optimiert und Preise angehoben worden. Konzernchef Tobias Meyer sprach von einem "guten operativen Ergebnis". "Wir sind global wie lokal bestens aufgestellt." DHL heißt an der Börse und im inländischen Briefgeschäft Deutsche Post.
Post & Paket Deutschland legt zu
Durchaus positiv schnitt das Stammgeschäft ab, also die Beförderung von Briefen und Paketen in Deutschland. Dem Bereich wird in dem global aufgestellten Konzern eigentlich kein großes Wachstumspotenzial beigemessen - bisweilen wirkt er eher wie ein Sorgenkind. Doch nun legte der Umsatz um drei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu und das Betriebsergebnis schnellte um gut ein Viertel auf eine Milliarde Euro nach oben.
Einer der Gründe hierfür war eine Portoerhöhung. Seit Anfang 2025 kostet ein Standardbrief in Deutschland 95 Cent und damit 10 Cent mehr als zuvor. Die Briefmenge ging erneut deutlich zurück - im Digitalzeitalter bekommen die Menschen immer weniger Briefe. Die Paketmenge zog hingegen an.
Frachtgeschäft bricht ein
Im Frachtbereich waren die Bremsspuren der globalen Verwerfungen - inklusive Handelskonflikten und konjunktureller Abkühlung - deutlich zu erkennen: Das Frachtgeschäft sackte ab, dessen Betriebsergebnis brach um rund 30 Prozent ein. Zu den weiteren Konzernbereichen gehört das lukrative Expressgeschäft mit zeitkritischen Sendungen, das beim Umsatz leicht verlor und beim Ergebnis etwas zulegen konnte.
Beim Blick auf das laufende Jahr äußert sich der Konzernchef Meyer vorsichtig. "Es gibt vor allem in der Geopolitik sehr viele Variablen und Unsicherheiten – das haben wir in den ersten zwei Monaten des Jahres schon deutlich gesehen." Die Konzernprognose gehe von keiner Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds aus. Das operative Ergebnis soll 2026 bei über 6,2 Milliarden Euro liegen - damit peilt DHL nur einen geringfügig höheren Wert als im vergangenen Jahr an. "Insgesamt sehe ich uns für 2026 sehr gut aufgestellt", sagte Meyer.
Die Folgen des Iran-Kriegs dürften auch das Bonner Unternehmen treffen: In Dubai betreibt er ein Logistik-Drehkreuz, ein Innovationszentrum und ein großes Lagerhaus.
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