Deutsche Bahn: Kaputtgespart

"Grube hat mit Problemen zu tun, für die er nicht viel kann." Die Politikredakteurin Annette Zoch schreibt über die Probleme der Deutschen Bahn.
| Annette Zoch
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Kaum ein Gesprächsthema ist so dankbar für Stehpartys und zähe Verwandtschaftsbesuche wie die Deutsche Bahn. Fast jeder kann irgendeine spektakuläre Leidens-Geschichte über den ehemaligen Staatsbetrieb erzählen. Von Evakuierungen aus ICEs im dunklen Tunnel, kaputten Klimaanlagen, verschlossenen Toiletten, mehrstündigem Kauern auf dem Boden in völlig überfüllten Waggons und nächtlichen Taxifahrten über Land.

Und nun das Stellwerk-Chaos in Mainz. Bahnchef Rüdiger Grube hat jetzt – stellvertretend für den ganzen Konzern – die Schwarze-Peter-Rolle. Dabei hat er sie nicht verdient. Grube hat seit seinem Antritt bei der Bahn viel verbessert. Und er hat mit Problemen zu tun, für die er zum großen Teil nicht viel kann.

Da wäre zum einen der Ärger mit den fehlenden ICEs. 15 sind bestellt, aber Zulieferer Siemens hat es nicht geschafft, funktionierende Züge pünktlich aufs Gleis zu bringen. Immerhin hat Grube dem Konzern als Entschädigung einen Gratis-ICE aus den Rippen geleiert.

Und zum anderen sammelt Grube noch immer die Scherben auf, die sein Vorgänger Hartmut Mehdorn bei seinem Weggang hinterlassen hat. Der hatte die Bahn – mit Rückendeckung der Politik – kaputtgespart, um sie für die Börse fit zu machen. Der Bahn fehlt eine ganze Generation von Fachleuten, die in den Mehdorn-Jahren nicht eingestellt wurden. Das rächt sich jetzt. Und dieser Schaden wird auch nicht von heute auf morgen zu reparieren sein.

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