Desaströse BMW-Verkäufe: Die Zahlen sind im Keller

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat der Münchner Autobauer BMW über 20 Prozent Einbußen. Aber die Aktie steigt.
| Ralf Müller
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Sorgen auch im "Vierzylinder", der Firmenzentrale von BMW in München.
Sorgen auch im "Vierzylinder", der Firmenzentrale von BMW in München. © Sina Schuldt/dpa

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat der Münchner Autobauer BMW über 20 Prozent Einbußen. Aber die Aktie steigt.

München - Nicht unerwartet hat BMW für das erste Quartal 2020 die ersten desaströsen Vertriebszahlen vorgelegt.

Wegen der Corona-Krise ging der weltweite Absatz der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce im Vergleich zum Vorjahresquartal um 20,6 Prozent auf 477.111 zurück, teilte das Unternehmen am Montag in München mit.

BMW-Aktie erholt sich

Einen Lichtblick liefert nach Angaben von Vertriebsvorstand Pieter Nota der chinesische Markt. Dort sehe man "mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung". Das gelte auch für Südkorea. Die BMW-Akte legte am Montag zunächst deutlich zu.

Gut lief bei BMW noch der Januar 2020. Im Februar trübte ein "signifikanter Absatzrückgang" in China bereits die Zahlen – und im März rauschten sie völlig in den Keller.

Wegen der Corona-Pandemie sind in Europa zurzeit 80 Prozent und in den USA etwa 70 Prozent aller BMW-Händler Betriebe geschlossen. In einigen Ländern ist – wie in Deutschland – der stationäre Autoverkauf gänzlich untersagt.

Extremer Einbruch in China - auch im Luxussegment weniger Absatz

In China brach der Pkw-Absatz im ersten Quartal um 30,9 Prozent auf 116.452 Einheiten ein, in den USA um 17,4 Prozent auf 64.692 und in Europa um 18,3 Prozent auf 220 812. Der deutsche BMW-Markt hielt sich mit einem Minus von 9,0 Prozent (67.882 Fahrzeuge) noch vergleichsweise gut. Die Folgen der Corona-Krise machten übrigens auch vor dem Luxussegment nicht halt: Im ersten Quartal 2020 wurden nur noch 853 Rolls Royce-Automobile abgesetzt (minus 27,2 Prozent).

Eine Ausnahme machen nach Unternehmensangaben die elektrifizierten Pkw der Marken BMW und Mini. Deren weltweiter Absatz stieg trotz der Krise im ersten Quartal noch um 13,9 Prozent auf 30.692. Damit sei man auf Kurs, die CO2-Zielwerte der EU zu erreichen, sagte Nota: "Wir sehen keine Notwendigkeit, die Zielsetzung zum Schutz des Klimas auszusetzen."

Die BMW Group unterstütze ihre Handelspartner und Kunden in dieser schwierigen Situation – "wo aktuell sinnvoll" – mit Maßnahmen, wie etwa die Verlängerung der Gewährleistung für Neufahrzeuge oder die Erweiterung von Wartungsintervallen und stelle wo immer möglich einen Werkstatt-Service sicher.

BMW prüft Produktion von Corona-Schutzausrüstung

An den deutschen und internationalen Standorten unterstütze BMW die Sozial- und Gesundheitseinrichtungen mit Fahrzeugen sowie Sach- und Materialspenden wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln, teilte BMW mit. Darüber hinaus prüfe man eine eigene Produktion medizinischer Masken.

Wie düster die Aussichten für die deutsche Autobranche wegen der weltweiten Pandemie sind, zeigt die jüngste Umfrage des Ifo-Instituts. Die Geschäftserwartungen der Branche sackten danach im März auf minus 33,7 Punkte nach minus 19,7 Punkten im Februar ab. Der Nachfrage-Index sank nach minus 13,8 Punkten im Februar auf minus 30,6. Und die Exporterwartungen stürzten von minus 17,3 auf minus 42,7 Punkte im März ab.

Kurzarbeit erwarteten im März 41,3 Prozent der befragten Betriebe. Im Dezember 2019 waren es noch 19,7 Prozent.

Lesen Sie hier ein Interview mit Hans-Werner Sinn zum Euro nach der Krise: Dann wird es irgendwann ein böses Erwachen geben

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