Dax erreicht Rekordstand nach sinkenden Ölpreisen

Mit sinkenden Ölpreisen kommt der Aktienmarkt wieder in Schwung. Arbeitsmarktdaten aus den USA treiben die Börsen in Europa auf neue Höhen. Es bleiben einige Risiken bestehen.
von  Alexander Sturm, dpa und Lutz Alexander, dpa-AFX
Der Dax ist auf einen Rekord gestiegen - auch dank der Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI).
Der Dax ist auf einen Rekord gestiegen - auch dank der Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI). © Boris Roessler/dpa

Der deutsche Leitindex Dax hat erstmals seit Januar wieder auf einen Rekordwert erreicht. Der deutsche Börsenleitindex stieg auf 25.656 Punkten und schloss schließlich mit einem Plus von 2,16 Prozent zum Vortag. Auch der Leitindex der Euroregion, der EuroStoxx 50, sprang zwischenzeitlich ebenfalls auf ein Rekordhoch. Zudem verzeichnete der US-Leitindex Dow Jones nach dem Handelsstart einen Höchststand.

Den jüngsten Impuls gaben Arbeitsmarktdaten aus den USA. Die Daten für den Monat Juni zeigten, dass sich in den Vereinigten Staaten die Einstellungsdynamik kräftig verlangsamt hat und den jüngsten Aufschwung am Arbeitsmarkt bremst. Damit hätten sich die Erwartungen an eine erste Zinsanhebung in den USA etwas nach hinten verschoben, hieß es am Markt zur Begründung.

Anleger setzen zudem auf den Dauerbrenner Künstliche Intelligenz (KI). Und trotz aller Rückschläge bleibt die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg bestehen. Nicht zuletzt hat sich europaweit die Stimmung für die Konjunktur aufgehellt.

Lage an der Straße von Hormus nach wie vor unsicher

Nach einem schon starken ersten Halbjahr feiert der Dax einen gelungenen Auftakt in die zweite Jahreshälfte. Der Index war zuletzt seinen internationalen Kursbarometern hinterhergehinkt, denn von den USA über Asien bis nach Europa hatten viele in den vergangenen Wochen und Monaten längst eine Rekordrally hinter sich.

Dazu beigetragen hat zuletzt auch die Hoffnung auf eine nachhaltige Lösung im Iran-Krieg. Das ließ die stark gestiegenen Ölpreise wieder fallen - auch am Donnerstag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete zuletzt nur noch 71 US-Dollar.

Beim Öl spielt die Straße von Hormus eine entscheidende Rolle. Durch die Meerenge wird normalerweise ein großer Teil des global benötigten Rohöls, Flüssiggases und Düngemittel transportiert. Die Durchfahrt ist Wochen faktisch gesperrt, zwischenzeitlich passierten wieder Schiffe die Durchfahrt. Die Lage ändert sich aber fast täglich.

Die Wiederöffnung der Straße von Hormus ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens, auf das sich Vertreter aus Washington und Teheran vor knapp drei Wochen verständigt hatten. Die USA fordern eine freie Passage für alle Schiffe ohne Gebühren. Der Iran hatte mit Drohungen und Angriffen nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf das Land den Schiffsverkehr in der Meerenge faktisch zum Erliegen gebracht.

KI als Treiber auch des deutschen Aktienmarktes 

Der Glanz um Künstliche Intelligenz färbt auch auf den deutschen Aktienmarkt ab. Im Dax profitieren davon Technologiewerte wie Infineon und Siemens Energy, da Investoren das Unternehmen als Profiteur des steigenden Strombedarfs durch KI-Anwendungen sehen. Bereits im Januar überschritt der Dax die Marke von 25.000 Punkten, Ende März erreichte der Leitindex im Iran-Krieg ein Tief bei rund 22.300 Zählern.

"Bemerkenswert ist, dass sich der Dax immer mehr von der heimischen Wirtschaftsentwicklung abkoppelt", schrieb kürzlich Birgit Henseler, Senior Analystin bei der DZ Bank. Obwohl führende Institute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt haben, ziehe der Leitindex kräftig an. Die Dynamik speise sich aus der Stärke seiner global aufgestellten Unternehmen: Die Dax-Konzerne erzielen rund 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland und sind daher wenig abhängig von der schwachen deutschen Wirtschaft. Schon 2025 hatte der Dax um 23 Prozent zugelegt - das beste Jahr seit 2019.

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