Datev mahnt Firmen zu mehr Tempo vor E-Rechnungspflicht

Für bestimmte Unternehmen ist die Ausstellung von E-Rechnungen von 2027 an Pflicht. Ein führender IT-Dienstleister ist von der aktuellen Umsetzung ernüchtert.
dpa |
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Software-Haus Datev: Noch geringer Anteil an E-Rechnungen. (Archivbild)
Software-Haus Datev: Noch geringer Anteil an E-Rechnungen. (Archivbild) © Daniel Karmann/dpa
Nürnberg

Wenige Monate vor Beginn einer E-Rechnungspflicht für bestimmte Unternehmen mahnt der IT-Dienstleister Datev die Firmen zu mehr Tempo. "Bei einem Großteil insbesondere der kleineren Mittelständler steht das Thema nach wie vor nicht im Fokus", sagte der Chef des Nürnberger Software-Hauses, Robert Mayr. Er zog eine nüchterne Bilanz.

Zwar seien über Datev-Systeme im ersten Halbjahr 2026 mehr als 51 Millionen E-Rechnungen gelaufen, nach gut 64 Millionen im Gesamtjahr 2025. "Unsere erfreulichen Wachstumsraten dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das immer noch ein geringer Anteil am gesamten Rechnungsaufkommen ist", sagte Mayr. In Deutschland werde die E-Rechnungspflicht oft als zusätzliche Belastung wahrgenommen, vor allem für Kleinst-, kleinere und mittlere Unternehmen. "Dabei lassen sich digitale Rechnungsdaten leichter prüfen und Unstimmigkeiten schneller erkennen."

Wann die E-Rechnungspflicht greift

Seit 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland in der Lage sein, strukturierte E-Rechnungen - also nicht nur elektronische verschickte Rechnungen etwa im PDF-Format - zu empfangen. Die Pflicht zum Versand von E-Rechnungen greift gestaffelt, je nach Unternehmensgröße. So müssen vom 1. Januar 2027 an Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 800.000 Euro E-Rechnungen ausstellen. Spätestens 2028 gilt das für alle Rechnungen im geschäftlichen Verkehr.

Datev ist Marktführer beim Angebot von Software für Steuerberater in Deutschland. Im ersten Halbjahr verzeichnete der IT-Dienstleister nach eigenen Angaben einen Umsatz von 881 Millionen Euro, nach 810,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Kundenbasis stieg seit Jahresbeginn um gut 80.000 auf mehr als eine Million.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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