Das Geschäft mit Halloween: Gruselige Profite

Fast 400000 Kostüme und eine Million Schminksets: Die Spielwarenbranche feiert zu Halloween einen Mini-Saison-Boom. Seit dem Golfkrieg 1991 steigen Ende Oktober die Umsätze.
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Fast 400000 Kostüme und eine Million Schminksets: Die Spielwarenbranche feiert zu Halloween einen Mini-Saison-Boom. Seit dem Golfkrieg 1991 steigen Ende Oktober die Umsätze.

MÜNCHEN Grinsende Kürbisse, gruselige Geister: Bald ist wieder Halloween, und die Experten der Fachgruppe Karneval im Verband der Spielwarenindustrie freuen sich auf Millionenumsätze. 2009 wurden Ende Oktober 29,6 Millionen Euro für Halloween-Artikel ausgegeben, heuer soll es nicht weniger sein.

Branchensprecher Dieter Schorn rechnet vor: Im vergangenen Jahr wurden gut 203 000 Kostüme für Erwachsene verkauft, 189 000 für Kinder. Hinzu kamen etwa 71 000 Perücken, 210 000 Hüte und 972 000 Schminksets. Bei den Verkleidungen sind vor allem dunkle Gestalten gefragt, beispielsweise Hexe, Teufel, Frankenstein, Vampir oder Skelett. Hinzu komme oft Beiwerk wie abgehackte Füße oder künstliche Narben. „Im Vergleich zu den USA steht so etwas bei uns aber nicht im Vordergrund, wir haben hier eher ein Soft-Halloween“, meint Tschorn.

Auslöser für den Halloween-Rummel in Deutschland sei die Karnevalsabsage wegen des Golfkriegs 1991 gewesen. Danach habe der Verband mit der Vermarktung von Halloween begonnen, um die Umsatzverluste zu kompensieren und das Karnevalsgeschäft auch künftig zu unterstützen. Auf den Zug sprangen auch andere Branchen auf – mit mehr oder weniger großem Erfolg. Einige Geschäfte schmücken ihre Schaufenster im Halloween-Stil oder werben mit Produkten wie „Halloween-Brot“.

Die Süßwarenhersteller brachten eine reiche Auswahl an Geister-Fruchtgummis, Kürbis-Bonbons oder Halloween-Schokoladen auf den Markt. Doch die anfängliche Euphorie habe sich inzwischen gelegt, räumen die Branchenverbände ein. Denn der Zeitraum, in dem die Halloween-Naschereien Absatz finden, sei einfach zu kurz und rechne sich nicht, sagt Torben Erbrath vom Bundesverband der Süßwarenindustrie in Bonn. Agrarexperten sehen dagegen einen Zusammenhang zwischen Halloween und dem Interesse an Kürbissen. Früher galten Kürbisse in Deutschland als Arme-Leute-Essen. Seit bei uns Halloween gefeiert wird, sind sie als vegetarische Delikatesse gefragt.

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