Corona-Pandemie belastet Chemiekonzern BASF

BASF bekommt die Corona-Krise zu spüren. Die Nachfrage sinkt und damit auch der Gewinn. Dabei befand sich das Unternehmen auch vor der Krise schon inmitten eines Sparprogramms.
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BASF hat die Prognose gestrichen, aber eine Dividende für die Aktionäre gibt es trotzdem.
Uwe Anspach/dpa/dpa BASF hat die Prognose gestrichen, aber eine Dividende für die Aktionäre gibt es trotzdem.

Ludwigshafen - Die Corona-Krise hat dem weltgrößten Chemiekonzern BASF im ersten Quartal des Jahres eine herbe Bilanz beschert. "Das erste Quartal 2020 war kein normales Quartal.

Das wird auch für das zweite Quartal gelten und wohl für das gesamte Jahr", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller bei der Vorlage der Zahlen am Donnerstag in Ludwigshafen.

Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) ging im ersten Jahresviertel um 6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück. BASF führte dies vor allem auf eine geringere Nachfrage in den Sparten Basischemikalien (Chemicals) und Materials zurück. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 885 Millionen Euro - 37 Prozent weniger als im Vorjahr.

Den erst Ende Februar veröffentlichten Ausblick für 2020 strich das Unternehmen wieder. Da Dauer und weitere Ausbreitung der Pandemie nicht verlässlich abschätzbar seien, ließen sich aktuell keine konkreten Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung treffen, hieß es. Davor hatte BASF für 2020 noch Erlöse von 60 Milliarden Euro bis 63 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 4,2 Milliarden bis 4,8 Milliarden Euro angepeilt.

An seiner Dividende für 2019 hält der Konzern trotz der Krise fest. Die Ausschüttung soll unverändert 3,30 Euro je Aktie betragen - die Hauptversammlung soll darüber am 18. Juni entscheiden. Die Förderbank KfW vergebe Staatskredite zum Insolvenzschutz an Firmen, die sich infolge der Corona-Krise nicht mehr ausreichend am Kapitalmarkt finanzieren könnten, sagte Brudermüller. In diesem Fall erwarte die Bundesregierung, dass keine Dividende gezahlt werde. "BASF hat keinen solchen Notfallkredit beantragt und hat das auch nicht vor", betonte er. "Wir stellen unsere Finanzierung nach wie vor über den Kapitalmarkt sicher."

Im zweiten Quartal rechnet BASF mit einem deutlichen Absatzrückgang. Die weltweiten Nachfrage- und Produktionsausfälle, besonders die andauernden Produktionsunterbrechungen der Autoindustrie, dürften dann das eigene Geschäft deutlich treffen. Die Folgen der Pandemie wirkten sich aber neben der für BASF wichtigen Automobilindustrie auch auf andere Kundenindustrien aus, hieß es weiter. Für die zweite Jahreshälfte geht das Unternehmen von einer langsamen Erholung aus - auch wenn die Entwicklung momentan noch äußerst unsicher sei.

Der Umsatz der BASF-Gruppe stieg dank höherer Mengen um 7 Prozent auf 16,75 Milliarden Euro. Deutlich besser lief es für BASF dank höherer Preise im Geschäft mit Katalysatoren. Aber auch in dem Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutzmittel setzte BASF dank einer höheren Nachfrage vor allem in Europa und Nordamerika mehr um.

Bereits vor der Corona-Krise hatte der seit zwei Jahren amtierende Brudermüller ein Sparprogramm aufgesetzt, um den Konzern unter anderem durch schlankere Strukturen profitabler zu machen. Dazu gehören auch Stellenstreichungen. Der geplante Abbau von 6000 Stellen soll Ende 2020 erreicht werden - ein Jahr früher als geplant. 2019 baute der Konzern weltweit bereits 3100 Stellen ab.

Die Kosten will BASF weiter herunterfahren. "Wir verschärfen unser Effizienzprogramm, wo möglich", sagte Brudermüller. Derzeit seien deutschlandweit rund 3700 Beschäftigte in Kurzarbeit. Zudem stelle der Konzern seine Investitionsprojekte auf den Prüfstand. "Wir wollen die Ausgaben für Investitionen weiter senken. Zielgröße in diesem Jahr: 2,8 Milliarden Euro." Ursprünglich waren 3,4 Milliarden Euro geplant.

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