Chemie-Industrie profitiert vom Nahost-Konflikt

Lieferkettenprobleme bei der Konkurrenz und Vorratskäufe sorgen für höhere Umsätze in der deutschen Chemie-Industrie. Doch Branchenvertreter warnen vor zu viel Optimismus.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Die BASF betreibt in Ludwigshafen ein großes Chemie-Werk. (Foto:Archiv)
Die BASF betreibt in Ludwigshafen ein großes Chemie-Werk. (Foto:Archiv) © Uwe Anspach/dpa
Frankfurt/Main

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat infolge des Nahostkonflikts einen Aufschwung erlebt. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg erstmals seit drei Jahren der Umsatz spürbar um 7,3 Prozent, wie der Branchenverband VCI berichtet. 

Gründe waren eine leicht gestiegene Produktion (+2,4 Prozent zum Vorquartal) und um 5,7 Prozent gestiegene Preise. Diese gehen laut Verband auf kriegsbedingte Lieferkettenprobleme der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten zurück. Diese sind stärker als die Europäer auf Transporte durch die Straße von Hormus angewiesen. Zudem hätten viele Kunden angesichts des Irankriegs ihre Lager aufgefüllt. 

Der VCI sieht in der Entwicklung allerdings nur eine Atempause. Die Produktionsanlagen der Unternehmen seien mit 73,2 Prozent weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastet und bereits im Juni seien Aufträge und Umsätze wieder zurückgegangen. "Vorratskäufe und geopolitische Verwerfungen sind keine Trendwende. Die alten Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst. Die deutsche Industrie braucht endlich einen konsequenten Kurs für mehr Wettbewerbsfähigkeit", erklärt Verbandspräsident Markus Steilemann. 

Prognose: Produktion wird auch 2026 zurückgehen

Für das Gesamtjahr hat der Verband schon vor einigen Wochen seine Produktionsprognose auf einen Rückgang um 1,5 Prozent abgesenkt. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen. Die höheren Erzeugerpreise sollten den Branchenumsatz im Gesamtjahr zu einem Wachstum von 2,5 Prozent tragen, erwartet der Verband. Die weiterhin schwache Auslastung, der hohe Kostendruck und eine verhaltene Industriekonjunktur belasteten die Geschäfte im zweiten Halbjahr weiter.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.