Bundesbankchef warnt vor verfrühter Hoffnung nach Iran-Deal

Ein Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA weckt Hoffnung auf ein Ende des Kriegs und eine Erholung der Wirtschaft. Doch Bundesbankpräsident Nagel warnt vor langen Folgen der Kämpfe.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Bundesbank-Chef Nagel warnt vor verfrühter Hoffnung nach dem Iran-Rahmenabkommen. (Archivbild)
Bundesbank-Chef Nagel warnt vor verfrühter Hoffnung nach dem Iran-Rahmenabkommen. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa
Frankfurt/Main

Nach dem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA dämpft Bundesbankpräsident Joachim Nagel die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung bei der Inflation und auf den Ölmärkten. Zwar zeichne sich nun ein Waffenstillstand und eine Öffnung der Straße von Hormus ab, sagte Nagel auf dem "Euro Finance Summit" in Frankfurt.

"Dennoch: Selbst wenn die Meerenge von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, wird es Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert", sagte Nagel. "Zumal Produktionsstätten in der Region teilweise beschädigt oder außer Betrieb gesetzt wurden und Reserven kleiner werden."

Der Preisdruck in der Wirtschaft könne zudem nochmals steigen, wenn fiskalpolitische Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise ausliefen, sagte Nagel. In Deutschland läuft Ende Juni der Tankrabatt aus, der die Inflation im Mai gedämpft hatte. Auch in anderen Euroländern gab es Energiehilfen. 

Der Iran-Krieg, der Ende Februar begann, hat die Ölpreise hochschnellen lassen, die Inflation in Deutschland und dem Euroraum angefacht und die Wirtschaft gebremst. Erst am Freitag hatte die Bundesbank ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Sie erwartet dieses Jahr nur ein Mini-Wachstum von kalenderbereinigt 0,5 Prozent, erst 2028 soll es wieder spürbar um 1,4 Prozent nach oben gehen. 

Nagel: Im Kampf gegen Inflation alle Optionen offen halten

Zugleich schloss Nagel weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht aus, die vor wenigen Tagen im Kampf gegen die gestiegene Inflation erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen im Euroraum angehoben hatte. "Die Geldpolitik hat es nicht mit einem kurzfristigen Angebotsschock zu tun, durch den wir tatenlos hindurchschauen können", sagte Nagel. Die anhaltend hohen Energiekosten dürften sich in den kommenden Monaten zunehmend in den Verbraucherpreisen widerspiegeln. 

"Wir sind entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert", betonte Nagel mit Blick auf den nächsten EZB-Zinsentscheid im Juli. "Dabei halten wir uns alle Optionen offen."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.