Britische Firmen investieren stark in Deutschland

Die Herkunft des Kapitals hat sich verschoben: Viel Geld fließt aus Großbritannien nach Deutschland. Investitionen aus den USA gingen hingegen zurück.
von  dpa
Vor allem aus Großbritannien floss viel Geld. (Symbolbild)
Vor allem aus Großbritannien floss viel Geld. (Symbolbild) © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Ausländische Unternehmen haben nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld in Deutschland investiert. Die Direktinvestitionen stiegen im Vergleich zu 2024 um rund 50 Prozent auf etwa 86 Milliarden Euro, wie aus IW-Berechnungen auf Grundlage von Daten der Deutschen Bundesbank hervorgeht. Damit hätten sich die Auslandsinvestitionen nach einem Einbruch um fast 32 Prozent im Jahr 2024 wieder stabilisiert, schrieb das IW in Köln in einer Mitteilung. Vor allem aus Großbritannien floss demnach viel Geld. 

Anteil an US-Investoren sank stark

Deutlich verschoben hat sich den Angaben zufolge die Herkunft des Kapitals: Unternehmen aus den USA investierten 2025 noch 11,8 Milliarden Euro in Deutschland. Das waren fast 44 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil der US-Investitionen an den gesamten ausländischen Investitionen in Deutschland sank damit von mehr als 36 Prozent auf rund 14 Prozent. Investoren aus dem Vereinigten Königreich steigerten ihre Investitionen dagegen um rund 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro, wie es hieß. Mit einem Anteil von fast 31 Prozent waren sie damit nach IW-Angaben größter ausländischer Investor in Deutschland.

Europa bleibt wichtigster Kapitalgeber

Der mit Abstand größte Teil des ausländischen Investitionskapitals kam nach IW-Angaben weiterhin aus Europa. Die EU-Staaten (ohne Deutschland) investierten 2025 trotz eines leichten Rückgangs um 2,7 Prozent rund 43 Milliarden Euro in Deutschland. Das entsprach gut der Hälfte aller ausländischen Investitionen, wie es hieß. Zusammen mit dem Vereinigten Königreich entfielen damit mehr als 80 Prozent der ausländischen Investitionen auf Europa. Nach Einschätzung des IW unterstreichen die Zahlen die weiterhin besonders engen und verlässlichen wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu seinen europäischen Nachbarn.

Direktinvestitionsflüsse können von Jahr zu Jahr schwanken und durch einzelne große Transaktionen verzerrt sein, wie das IW schrieb. Außerdem würden die Werte nachträglich oft noch korrigiert. Verglichen mit dem Median der Jahre 2015 bis 2024 bleibt für 2025 laut IW dennoch ein Anstieg um fast 11 Prozent.

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