Brief von Orlopp: Commerzbank wirbt um Treue der Aktionäre

In der kommenden Woche läuft das Übernahmeangebot der Unicredit für die Commerzbank aus. Die Entscheidung liegt bei den Aktionären. Nun wendet sich die Commerzbank-Chefin an die Anteilseigner.
dpa |
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Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wirbt um die Treue der Aktionäre
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wirbt um die Treue der Aktionäre © Andreas Arnold/dpa
Frankfurt/Main

Kurz vor Ende des Übernahmeangebots der Unicredit wirbt die Commerzbank bei ihren Aktionären um Treue. "Nehmen Sie das Angebot der Unicredit nicht an und bleiben Sie bei der Commerzbank investiert", heißt es in einem veröffentlichten Brief an die Anteilseigner, der von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp unterzeichnet ist. 

Das laufende Angebot der Unicredit biete unverändert "keine angemessene Prämie" für die Aktionäre, so das Schreiben, dass den Aktionären in den nächsten Tagen auch per Post zugehen soll. Der von Analysten ermittelte Zielkurs für Commerzbank-Aktien liege im Schnitt erheblich über dem Angebotspreis und dem aktuellen Aktienkurs – "das Wertpotenzial Ihrer Aktie ist damit noch nicht ausgeschöpft". 

Einen belastbaren Plan, der auf den Stärken des Commerzbank-Geschäftsmodells aufbaue, habe die Unicredit bisher nicht vorgelegt. Zudem wolle der Bund seinen Aktienanteil von rund 12 Prozent nicht verkaufen.

Angebot der Unicredit läuft noch wenige Tage

Die Unicredit hatte im Mai ein Tauschangebot für Deutschlands zweitgrößte Privatbank vorgelegt und bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien. Die Offerte war nach Angaben der Unicredit in der regulären Übernahmefrist für 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen worden, zuletzt wurde die Frist bis 3. Juli verlängert. Damit hätte die Unicredit, die vorher schon ein Aktienpaket von 26,77 Prozent hielt, rechnerisch fast 40 Prozent der Commerzbank-Aktien sicher. Zudem verfügt sie über Finanzinstrumente, mit denen sie auf weitere Aktien zugreifen kann. 

Die Commerzbank bekräftigt im Brief ihre Argumentation: Die mehr als 500.000 Privatanleger und mehrere hundert Großinvestoren hätten bis Ende der regulären Annahmefrist nur gut ein Prozent der Aktien angedient. "Die bisherige Annahmequote unter unseren Aktionären spricht für sich." Der Rest der eingelieferten Aktien stamme von Banken, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte mache. Die Unicredit wies diese Vorwürfe wiederholt zurück.

Die Bank aus Mailand hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bunds genutzt, um in großem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Die Unicredit, die mit der Hypovereinsbank in Deutschland aktiv ist, sieht bei einer Übernahme Potenzial für Milliarden-Einsparungen, inklusive des Abbaus Tausender Jobs.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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