Branchenvertreter: Halbleiter-Ziel der EU ist "utopisch"

Nexperia-COO Kempe hält einen Weltmarktanteil von 20 Prozent bei Halbleitern bis 2030 nicht für möglich. Welche Gründe er nennt und wie er die heimische Chipindustrie bewertet.
dpa |
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Halbleiter-Manager Kempe ist für die Fertigung von Nexperia zuständig. (Archivbild)
Halbleiter-Manager Kempe ist für die Fertigung von Nexperia zuständig. (Archivbild) © David Hammersen/dpa
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Hamburg

Die EU wird nach Einschätzung des Nexperia-Managers Achim Kempe ihr Ziel verfehlen, 2030 über ein Fünftel des weltweiten Halbleitermarkts zu verfügen. "Das Ziel schaffen wir nicht mehr, wenn wir ehrlich sind", sagte der operative Geschäftsführer des Halbleiterelemente-Produzenten Nexperia der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Dort befindet sich ein wichtiger Standort von Nexperia. 

Ein Weltmarktanteil der EU von 20 Prozent sei "utopisch", sagte Kempe. Die EU sei davon meilenweit entfernt. In den USA, China, Taiwan und Südkorea sei zu viel Geld investiert worden, um den Rückstand aufholen zu können.

Zudem sei der Montage-und-Test-Bereich am Ende der Produktionskette aus Kostengründen nahezu ausschließlich in Asien angesiedelt. "Und ich sehe nicht, dass sich das in naher Zukunft ändert", sagte Kempe. Nexperia ist mit Werken in China, Malaysia und auf den Philippinen vertreten. 

Kempe ist mit Bedenken nicht allein 

Im Dezember hatte bereits der Verband der Elektro- und Digitalindustrie gewarnt, das Ziel der EU sei ohne deutlich mehr Förderung nicht zu schaffen. Dem Verband zufolge lag der EU-Marktanteil zu dem Zeitpunkt bei 8,1 Prozent. 

Im April äußerte dann der Europäische Rechnungshof die Einschätzung, dass die EU das 20-Prozent-Ziel verfehlen werde. Der Rechnungshof begründete die Einschätzung unter anderem mit unzureichenden Investitionen. 

Nexperia-Manager lobt heimische Industrie

Trotz der Zweifel am EU-Ziel lobte Kempe die Halbleiter- und Chipindustrie in Deutschland. Diese sei gut aufgestellt. Er verwies unter anderem auf die im Bau befindlichen Fabriken in und bei Dresden. "Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa sind wir mit Sicherheit das Land, dessen Chipindustrie in Europa mit Abstand am fortgeschrittensten ist", sagte Kempe. Die Industrie werde aber global ausgerichtet bleiben. 

Die alte Bundesregierung habe für die Halbleiterindustrie eine Menge erreicht, sagte Kempe. "Wir sind hoffnungsvoll, dass die neue Regierung diesen Kurs weiterverfolgt."

Nexperia hat seinen Hauptsitz im niederländischen Nimwegen und gehört dem chinesischen Unternehmen Wingtech. Wegen seiner chinesischen Konzernmutter ist Nexperia 2023 von EU-Förderung ausgeschlossen worden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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