BMW trotzt Donald Trumps Strafzöllen

Der US-Präsident Donald Trump droht mit Strafzöllen. Dennoch eröffnet der Autobauer BMW ein neues Werk in Mexiko. Mit einem Trick wollen die Münchner die Sanktionen umgehen.
| Ralf Müller
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Deutsche Pkw-Produktion in Nord- und Mittelamerika.
dpa Deutsche Pkw-Produktion in Nord- und Mittelamerika.

Der US-Präsident Donald Trump droht mit Strafzöllen. Dennoch eröffnet der Autobauer BMW ein neues Werk in Mexiko. Mit einem Trick wollen die Münchner die Sanktionen umgehen.

Mexiko - Im Beisein von Gouverneur Juan Manual Carreras López wurde heute ein neues BMW-Werk 30 Kilometer von der mexikanischen Stadt San Luis Potosi entfernt mit viel Glamour eröffnet. Vier Tage später will US-Präsident Donald Trump die erste Stufe von Disziplinierungsmaßnahmen gegen den Nachbarn in Süden zünden und alle Importe aus Mexiko mit einem Strafzoll von zunächst fünf Prozent belegen.

Dabei soll es nicht bleiben, wenn die Mexikaner keine wirksamen Maßnahmen gegen die illegale Migration treffen, twitterte der Präsident. Dann könnten es nach dem Willen von Trump auch bald 25 Prozent sein.

Flexibilität: BMWs Weg um Trumps Strafzölle 

Oliver Zipse, BMW-Vorstand für Produktion, tat bei der Werkseröffnung so, als würde ihn das Donnergrollen aus dem Norden kalt lassen. Man bleibe "gelassen", so der BMW-Manager: "Wir haben ein sehr robustes Geschäftsmodell".

Die Entscheidung, etwa 350 Kilometer nördlich von Mexiko City ein weiteres großes Werk zu bauen, wurde in München getroffen, lange bevor man die protektionistische Trump-Ära erahnen konnte. "Ich würde heute genauso entscheiden", sagte Zipse.

Das Konzept, mit welchem die Münchner den US-Präsidenten ins Leere laufen lassen wollen, ist einfach: Der für BMW wichtige US-Markt soll immer von den Ländern aus beliefert werden, an denen der Mann im Weißen Haus gerade nicht seinen Zorn in Form von Strafzöllen auslässt. Das Rezept dafür heißt "Flexibilität": Jedes Werk soll in der Lage sein, mehrere Modelle und viele Varianten für unterschiedliche Märkte zu produzieren.

Wenn Trump Autoimporte aus Mexiko mit 25 Prozent Strafzöllen belegt, dann kommen die BMW für die USA eben woanders her, während die Fabrik in Mexiko Modelle produziert, die wegen der US-Exporte anderswo knapp werden.

Deutsche Pkw-Produktion in Nord- und Mittelamerika.
Deutsche Pkw-Produktion in Nord- und Mittelamerika. © dpa

BMW Produktion aus Mexiko: Verkauf in die USA

"Das Werk San Luis Potosi", so Zipse, "wird unsere Produktionsflexibilität auf dem amerikanischen Kontinent deutlich erhöhen. Von hier aus liefern wir die BMW 3er Limousine an Kunden weltweit".

Fürs Erste gehen die meisten der in San Luis Potosi hergestellten 3er in die USA, gefolgt von Kanada und Mexiko. Obwohl BMW-Vorstand Zipse von den noch aufnahmefähigen Märkten der "Mercosur"-Staaten schwärmt, ist klar, dass die USA erst einmal den Löwenanteil der mexikanischen Produktion aufnehmen sollen.

Jedenfalls so lange, bis Trumps Strafzölle die Premiumautos selbst für betuchte Käufer unattraktiv machen.

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