BMW kappt Jahresprognose – China-Schwäche und Nahost-Krise belasten Konzern
Die BMW Group hat ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt. Der Münchner Autobauer begründet dies mit der anhaltenden Schwäche des chinesischen Automarkts, den Folgen des Nahost-Konflikts sowie zusätzlichen Kosten für ein verschärftes Spar- und Effizienzprogramm. Zahlen nannte der bayerische Autohersteller in seiner Mitteilung am Dienstagabend nicht, doch anstelle des bisher erwarteten "moderaten" steht nun ein "deutlicher" Rückgang des Vorsteuerergebnisses in Aussicht.
Schwacher China-Markt belastet Branche
Besonders Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stünden unter Druck. Der verschärfte Wettbewerb in China und anderen Märkten der Asien-Pazifik-Region könne durch positive Entwicklungen in Europa und den USA nicht ausgeglichen werden. Zudem belasten laut BMW die weiterhin hohen Energiepreise und die weltweite Konsumzurückhaltung infolge des Nahost-Konflikts das Geschäft. Bereits im zweiten Quartal seien Ergebnis und freier Cashflow deutlich unter dem Vorjahresniveau geblieben.
Die BMW-Chefetage will nun Sparmaßnahmen durch nicht näher erläuterte "weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen" beschleunigen. Die Kostensenkung soll zwar mittelfristig positive Auswirkungen haben, wird jedoch im zweiten Halbjahr das Ergebnis belasten. In China sind die Autoabsatzzahlen eingebrochen, eine Entwicklung, die nicht nur BMW trifft. Nach jüngsten Daten des chinesischen Autoindustrieverbands CPCA sanken die Verkäufe zwischen Januar und Mai im Jahresvergleich um fast 20 Prozent.
Vor diesem Hintergrund senkt BMW seine Prognose für die operative Marge im Autogeschäft auf nur noch ein bis drei Prozent. Bisher war der Konzern von vier bis sechs Prozent ausgegangen. Auch beim Vorsteuerergebnis erwartet BMW nun einen deutlichen Rückgang statt eines moderaten Minus.
Konzernchef Milan Nedeljković betonte die langfristigen Perspektiven des Unternehmens. Mit der vollelektrischen "Neuen Klasse" bringe BMW in den kommenden zwei Jahren das stärkste Modellportfolio der Unternehmensgeschichte auf die Straße. Bis 2027 sollen mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt kommen. Der Halbjahresbericht der BMW Group wird am 30. Juli veröffentlicht.
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