Blauäugig

Susanne Stephan, Wirtschaftsredakteurin der AZ, über die Spar-Orgie bei Eon.
| Susanne Stephan
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Susanne Stephan, Wirtschaftsredakteurin der AZ, über die Spar-Orgie bei Eon.

Eines muss man Wirtschaftsminister Martin Zeil lassen: Er verstellt sich nicht groß, sondern sagt’s einfach, wenn er keine Lust zum Kämpfen hat. So auch jetzt: Dass Eon die Zentrale des Tochterunternehmens Eon Energie in München dichtmacht und (vermutlich) viele weitere Arbeitsplätze im Freistaat streicht, sei „<WC1>eine unternehmerische Entscheidung, die wir respektieren müssen<WC>“, sagt Zeil. Der liberale Respekt vorm freien Unternehmertum hat für ihn in diesem Fall den großen Vorteil, dass er vielen unerquicklichen Gespräche mit der Eon-Führung aus dem Weg geht. Mühseliges Gezocke um Standortförderung, nervige Gespräche mit Gewerkschaftern – der Minister spart sich’s einfach. Was die Frage aufwirft, ob man sich einen solchen Wirtschaftsminister nicht auch sparen könnte.

Die Energiewirtschaft war immer eng mit der Politik verbandelt, Eon bekam seinerzeit von der Staatsregierung die Bayernwerk AG in die Wiege gelegt. Wenn dieses Unternehmen wichtige Leitungsfunktionen kurzerhand aus Bayern abzieht, darf das ein Spitzenpolitiker nicht einfach achselzuckend zur Kenntnis nehmen.

Auch die früheren Mitglieder der Staatsregierung müssen sich Blauäugigkeit vorwerfen lassen. Anstatt sich schwarz auf weiß zusichern zu lassen, dass die Eon-Energie-Zentrale in München bleibt, verließen sie sich, wie es scheint, auf einen festen Händedruck und ein Männerwort, das schwer eingeklagt werden kann. Die Folgen baden wir heute aus.

 

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