Bäckerei-Insolvenzen um 40 Prozent gestiegen

Immer mehr Bäckereibetriebe in Deutschland müssen aufgeben. Ein Experte sieht mehrere Gründe für die Entwicklung.
dpa |
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Verbraucher kaufen Brot und Brötchen heute vielfach nicht mehr beim klassischen Bäcker, sondern im Supermarkt. (Archivbild)
Verbraucher kaufen Brot und Brötchen heute vielfach nicht mehr beim klassischen Bäcker, sondern im Supermarkt. (Archivbild) © Robert Michael/dpa
Neuss

Die Zahl der Pleiten von Bäckereien hat deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr meldeten nach Angaben der Auskunftei Creditreform bundesweit 63 Betriebe Insolvenz an – 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erfasst sind dabei Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig "Herstellung von Backwaren", also Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung sind nicht enthalten.

Betroffen waren laut Creditreform auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH.

Zahlen spiegeln Strukturwandel wider

Die aktuelle Entwicklung sei kein kurzfristiges Phänomen, sagt der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. "Bereits seit 2023 beobachten wir auch in dieser Branche ein erhöhtes Insolvenzgeschehen." Die Zahlen spiegelten einen tiefgreifenden Strukturwandel wider. 

Weil sich die Konsumgewohnheiten geändert hätten, gerate das klassische Bäckerhandwerk zunehmend unter Druck, so Hantzsch. "Viele Verbraucher, auch aus höheren sozialen Schichten, kaufen Backwaren heute an Backstationen im Supermarkt oder beim Discounter, häufig verbunden mit dem Wocheneinkauf."

Traditionellen Fachgeschäften gehe so wichtige Laufkundschaft verloren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe gerieten durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten ins Hintertreffen, sagte Hantzsch.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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