AZ-Meinung: Rache der Beraubten

Der AZ-Chefreporter Matthias Maus über die Proteste in Nordafrika
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Matthias Maus, Chefreporter der AZ.
Ronald Zimmermann Matthias Maus, Chefreporter der AZ.

Der AZ-Chefreporter Matthias Maus über die Proteste in Nordafrika

Flächenbrand oder nicht: Der Funkenflug der tunesischen Revolution ist eine Tatsache. Und er kann mehr entzünden als nur die Regierungspaläste in Ägypten oder ganz Nordafrika.

Ob in Tunis, Kairo oder im Jemen. Die Proteste auf den Straßen richten sich gegen Autokraten, die seit Jahrzehnten mit Hilfe des Westens an der Macht sind. Waffen und Milliarden aus Washington und London, aus Paris und Berlin haben geholfen, die Unrechtsregime lange zu stabilisieren.

Ja, auch Deutschland hat mit dafür gesorgt, dass Hosni Mubarak alle unerlässlichen Bestandteile der Demokratie außer Kraft setzen, verhöhnen oder ignorieren konnte. Das ging so lange gut, bis der Unmut der Ausgeraubten zu groß wurde. Die Unterdrückten werden sich beizeiten erinnern, wer sonntags Demokratie predigte, um am Montag Jets, Panzer oder Tränengaswerfer an die Unterdrücker zu liefern.

Bisher haben die Regierungen des Westens nur darauf gesetzt, dass die Polizeistaaten in der Region funktionieren. Stabilität ging über Demokratie. Das war und ist ein politisches Armutszeugnis, und es wird sich rächen. Mubaraks Regime wird fallen, wenn nicht heute, dann morgen. Und dass sich die nächste ägyptische Regierung wieder kaufen lässt, dass sie dem Westen den Gefallen tut und den Kalten Frieden mit Israel aufrecht erhält, das ist mehr als fraglich. Und wenn nicht, dann haben wir wirklich einen Flächenbrand.

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