Auftragseingang für Industrie steigt überraschend stark

Nach einem schwachen Januar kommen wieder mehr Aufträge für das verarbeitende Gewerbe rein. Im März steigen die Bestellungen der Industrie trotz Iran-Kriegs deutlich. Vor allem eine Region stützt.
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Die deutsche Industrie verzeichnet wieder mehr Bestellungen.
Die deutsche Industrie verzeichnet wieder mehr Bestellungen. © Bernd Weißbrod/dpa
Wiesbaden

Hoffnungsschimmer für die angeschlagene deutsche Industrie: Im März zogen die Auftragseingänge überraschend kräftig um 5,0 Prozent zum Vormonat an, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar einen Anstieg von 1,4 Prozent gegeben hatte.

Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen lag der Auftragseingang um 5,1 Prozent höher als im Vormonat, das höchste Niveau seit Februar 2023, schrieben die Statistiker. 

"Die deutsche Industrie hat im ersten Kriegsmonat überraschend deutlich mehr Aufträge erhalten, auch wenn man die stark schwankenden Großaufträge herausrechnet", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Doch der Einbruch von Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklima zeige eine große Verunsicherung der Unternehmen. "Der Nahost-Krieg fordert seinen Tribut, selbst wenn er bald enden sollte."

Das Bundeswirtschaftsministerium äußerte sich ebenfalls vorsichtig. Der Iran-Krieg habe zu einem Energiepreisschock geführt, der sich verzögert auch auf andere Güter niederschlagen werde. "Vor diesem Hintergrund dürften im März verstärkt Bestellungen in Erwartung steigender Preise bzw. möglicher Lieferengpässe getätigt worden sein."

Starkes Geschäft mit Eurozone stützt

Das Auftragsplus für die Industrie im März ging zu einem großen Teil auf den deutlichen Anstieg bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen zurück. Aber auch im Maschinenbau (plus 6,9 Prozent) sowie in der Produktion von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (plus 14,4 Prozent) gab es mehr Bestellungen. 

Insgesamt profitierte die deutsche Industrie von starken Auslandsaufträgen: Die stiegen im März um 5,6 Prozent, in der Eurozone wurde sogar ein Plus von gut zehn Prozent verzeichnet. Im Inland stand ein Plus von 4,0 Prozent.

"Die Auftragseingänge der Industrie aus dem März sind ein Indiz, dass die deutsche Industrie unmittelbar vor dem Iran-Krieg zu einer klaren Erholung angesetzt hatte und auch im ersten Kriegsmonat noch robust aufgestellt war", sagte Sebastian Dullien, wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Industrie dürfte sich aber erst erholen, wenn die Energiepreise wieder spürbar fielen und damit die vom Krieg gebremste Konjunktur wieder Fahrt gewinne.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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