Abgas-Enthüller sehen nichts von den "Dieselgate"-Milliarden

Ihre Abgastests lieferten die ersten Hinweise auf den VW-Betrug, doch auf eine Belohnung warten sie bislang vergeblich: Die Forscher von der Umweltorganisation ICCT und der West Virginia University (WVU) brachten die Ermittlungen gegen Volkswagen in Gang.
| dpa
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VW hat einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar mit Zivilklägern in den USA ausgehandelt. Foto: Patrick Pleul/Symbolbild
dpa VW hat einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar mit Zivilklägern in den USA ausgehandelt. Foto: Patrick Pleul/Symbolbild

Morgantown - Diese führten zum größten Vergleich der Automobilgeschichte. Doch während Behörden und Staatsanwälte in den USA von den Milliardenstrafen gegen VW profitieren, gehen die Forscher leer aus.

"Wir haben finanziell nichts von der "Aufdeckung" des Skandals", sagt Peter Mock vom International Council on Clean Transportation (ICCT). Daniel Carder, der bei der WVU die Untersuchungen leitete, die zur Enthüllung der Manipulationen führten, klagte sogar über "schlaflose Nächte" - wegen seines knappen Budgets wisse er nicht, wie er seine Mitarbeiter bezahlen solle. Nur 70.000 Dollar hatte sein Team 2013 vom ICCT für die Tests erhalten, durch die der Diesel-Betrug aufflog.

Berühmtheit aber keine finanziellen Vorteile

VW hat bereits einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar mit Zivilklägern in den USA ausgehandelt. 4,7 Milliarden Dollar davon sind für Umweltfonds vorgesehen. "Meine US-Kollegen wollten sich mal erkundigen, ob es eventuell eine Möglichkeit gäbe, zumindest einen kleinen Teil von diesem Geld zu bekommen, damit wir weitere Fahrzeugtests finanzieren könnten", sagt Mock. "Aber bislang gibt es noch keine Signale in diese Richtung, und ich wäre erstaunt, falls da tatsächlich Geld an uns fließen würde."

Zwar haben die Forscher im Zuge von "Dieselgate" eine gewisse Berühmtheit erlangt. Carder wurde beispielsweise vom "Time"-Magazin in die Liste der weltweit einflussreichsten Personen 2016 aufgenommen. Doch ansonsten hat sich nicht viel geändert.

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Die Bekanntheit sei gestiegen - doch man stoße bei Behörden deshalb nicht unbedingt auf offenere Ohren als früher, so Mock. "Das KBA oder das deutsche Verkehrsministerium etwa haben bislang kein Interesse an Gesprächen mit dem ICCT gezeigt, obwohl es ja interessant sein könnte, sich zu Messmethoden und -ergebnissen auszutauschen."

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