200 Tonnen Quallen legen Atomreaktoren in Frankreich lahm

Die französische AKW-Anlage Gravelines ist mit sechs Reaktoren die größte des Landes. Zum zweiten Mal in diesem Monat stören Tierchen den Betrieb. Was tut der Betreiber dagegen?
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Quallen sorgen wieder für Ärger beim größten französischen Atomkraftwerk. (Symbolbild)
Quallen sorgen wieder für Ärger beim größten französischen Atomkraftwerk. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa
Gravelines

Wegen massenhaft Quallen sind erneut Reaktorblöcke im größten französischen Atomkraftwerk Gravelines abgeschaltet worden. Seit der vergangenen Nacht seien mehr als 200 Tonnen Quallen aufgetaucht, teilte eine Sprecherin des französischen Betreibers EDF der Deutschen Presse-Agentur mit. Zwei der sechs Reaktorblöcke seien vorsorglich komplett heruntergefahren worden, um "sicherzustellen, dass diese Situation keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit unserer Anlagen hat". 

Die Quallen treten laut Mitteilung von EDF im Bereich der Filtersysteme der Meerwasser-Pumpstation auf. Derzeit läuft demnach kein Reaktorblock wie vorgesehen: Zwei weitere Blöcke werden wegen des massenhaften Auftretens der Tiere mit reduzierter Leistung betrieben. Die zwei verbliebenen Einheiten seien ebenfalls abgeschaltet, unter anderem wegen einer Wartungsinspektion. 

Bereits Mitte des Monats und im August vergangenen Jahres brachten die Quallen den Betrieb durcheinander. Um massive Quallenansammlungen früh zu erkennen und zu bewältigen, habe das Kernkraftwerk Gravelines Überwachungs- und Erkennungssysteme eingerichtet, hieß es seitens EDF weiter. Unterstützung habe man dabei unter anderem von der Organisation France Pêche Durable, erklärte die EDF-Sprecherin. Sieben Boote seien rund um die Uhr im Bereich des Atomkraftwerks unterwegs, um Quallen zu fangen und sie anschließend wieder weiter draußen im Meer auszusetzen. 

Ursachen des Phänomens noch unklar 

Zu den Ursachen des Phänomens könne man derzeit nichts sagen, teilte die Sprecherin mit. Man arbeite mit verschiedenen Partnern zusammen, um es besser zu verstehen. Für das Stromsystem bestehe durch den Vorfall kein Risiko, versicherte die Sprecherin. 

Gravelines ist eines von knapp 20 Atomkraftwerken in Frankreich. Es liegt an der nordfranzösischen Küste, etwa auf halber Strecke zwischen Calais und Dunkerque.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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