180 Jahre Münchner Börse: Aktienhandel im Wirtshaus „Blaue Traube“

Von der Münchner Kaufmannsstube zum Karolinenplatz: die Historie der Münchner Börse
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Die Geburtsstunde der Bayerischen Börse war unspektakulär – die Anleger interessierten sich vor allem für regionale Aktien und Staatspapiere.
Martha Schlüter Die Geburtsstunde der Bayerischen Börse war unspektakulär – die Anleger interessierten sich vor allem für regionale Aktien und Staatspapiere.

Von der Münchner Kaufmannsstube zum Karolinenplatz: die Historie der Münchner Börse

MÜNCHEN Eines der heißesten Papiere war die Aktie des Donau-Main-Kanals. Als sich am 16. Dezember 1830 Kaufleute der „Münchner Kaufmannsstube“ zur Eröffnung eines Marktplatzes für Wertpapiere trafen, konnte sich niemand so etwas wie die spätere Internetblase oder die US-Immobilienkrise vorstellen. Die Geburtsstunde der Bayerischen Börse war unspektakulär – die Anleger interessierten sich vor allem für regionale Aktien und Staatspapiere.

Die ersten Jahre der Börse wirken im Rückblick beschaulich. Der 1869 gegründete Münchner „Handelsverein“ richtet den Handel von elf bis zwölf Uhr mittags im Wirtshaus „Blaue Traube“ an der Dienerstraße aus. Bis zum Computerhandel war es noch ein weiter Weg – erst 1974 wurde in der Börse ein – monströser – Rechner von Siemens installiert.

Noch einmal gut 20 Jahre später wurde der Anfang vom des Präsenzhandels eingeläutet, bei dem sich Makler an der Börse gegenseitig Aufträge und Kurse zurufen. Die Frankfurter Börse ersetzte 1996 die Makler durch das elektronische Handelssystem Xetra. Die Regionalbörsen in den Landeshauptstädten kämpfen einen verzweifelten Kampf gegen den Platzhirschen in Frankfurt – mit magerem Erfolg: Mehr als 80 Prozent des deutschen Aktienhandels laufen über Xetra.

Seit Juni 2009 residiert die Börse am Karolinenplatz in der ehemaligen Hutschenreuther-Villa. Gegenüber ihrem großen Konkurrenten in Frankfurt punktet sie mit Klasse statt Masse.

Ihr Handelssystem Max-One bietet einen speziellen Service für Privatanleger: So genannte Spezialisten sorgen dafür, dass der Kunde seine Wertpapiere auch dann kaufen oder verkaufen kann, wenn am Markt gerade kein Gegenangebot da ist. So spart sich der Anleger die hohen Gebühren, die anfallen, wenn er seine Aktien in kleinen Paketen über mehrere Tage hinweg zusammenkauft. Zudem garantiert ihm die Münchner Börse, dass er den jeweils günstigsten Preis bezahlt, zu dem ein Wertpapier weltweit an den umsatzstärksten Börsen gehandelt wird. Mit ihrem Handelssegment M:access kümmert sich die Münchner Börse außerdem um mittelständische Unternehmen. Und seit gut einem Jahr werden in Münchnen auf dem „Greenmarket“ Emissionszertifikate gehandelt, mit denen Firmen das Recht erwerben, jeweils eine bestimmte Menge Kohlendioxid zu emittieren.

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