Zuckerberg verteidigt Umgang mit Politiker-Behauptungen

Facebook muss sich immer wieder gegen den Vorwurf verteidigen, man habe bei Meinungsmanipulationen zur US-Wahl 2016 tatenlos zugeschaut. Das soll sich 2020 nicht wiederholen. Das Netzwerk will sich aber nicht dem Verdacht der Zensur aussetzen.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Mark Zuckerberg verteidigt Facebooks Umgang mit zweifelhaften Politiker-Aussagen.
Kay Nietfeld/dpa/dpa Mark Zuckerberg verteidigt Facebooks Umgang mit zweifelhaften Politiker-Aussagen.

Washington - Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat die Entscheidung des Online-Netzwerks verteidigt, Politikern Werbeanzeigen mit irreführenden Inhalten zu erlauben.

"Ich denke nicht, dass die meisten Menschen in einer Welt leben wollen, in der man nur Dinge veröffentlichen kann, von denen Tech-Unternehmen glauben, dass sie zu 100 Prozent stimmen", sagte Zuckerberg bei einem Auftritt in der Georgetown-Universität am späten Donnerstag. "Wir denken, dass die Leute die Möglichkeit bekommen müssen, zu sehen, was Politiker sagen."

Facebook war in den vergangenen Tagen unter Kritik in den USA geraten, nachdem das Lager von US-Präsident Donald Trump eine Werbeanzeige veröffentlichte, in dem der demokratische Präsidentschaftsanwärter Joe Biden ohne jegliche Grundlage der Korruption bezichtigt wird. Sender wie CNN lehnten es ab, den Clip zu zeigen, Facebook ließ den Spot hingegen auf seiner Plattform verbreiten. Senatorin Elizabeth Warren, eine weitere Präsidentschaftsanwärterin der Demokraten, platzierte daraufhin bei Facebook als Protest eine Anzeige mit irreführenden Aussagen über Zuckerberg. Auch dieses Video blieb bei Facebook online.

Facebook steht aktuell von allen Seiten in den USA politisch unter Druck. Die Demokraten werfen dem Online-Netzwerk vor, immer noch zuwenig gegen falsche Informationen zu unternehmen. Die Republikaner hingegen beklagen, dass konservative Stimmen unterdrückt würden. Trumps Regierung leitete eine Wettbewerbsuntersuchung gegen das Online-Netzwerk ein, was den Druck noch verstärkt.

Zuckerberg verwies zugleich auf China als aufsteigende Kraft bei Online-Diensten. Wenn sich die dortigen Regeln durchsetzen, wäre der öffentliche Austausch von ganz anderen Werten geprägt sein, sagte er mit Blick auf die Internet-Zensur in dem Land.

In seiner Rede kritisierte Zuckerberg auch die erfolgreiche chinesische App Tiktok und warf den Betreibern Zensur vor, die sogar in den USA zu spüren sei. So könne man etwa auf Tiktok kaum Videos zu den Protesten in Hongkong finden, die in andere Social-Media-Diensten allgegenwärtig seien.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren