Wandel im Berufsalltag: KI wird zum Kündigungsgrund

KI steigert die Produktivität – doch für manche wird die Arbeitslast zu groß und die Perspektive fehlt. Was Unternehmen tun müssten, damit Fachkräfte bleiben?
dpa |
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Künstliche Intelligenz ändert den Arbeitsalltag auch in den sogenannten MINT-Berufen erheblich. (Symbolbild)
Künstliche Intelligenz ändert den Arbeitsalltag auch in den sogenannten MINT-Berufen erheblich. (Symbolbild) © Fabian Strauch/dpa/dpa-tmn
London

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt in den sogenannten MINT-Berufen spürbar - und führt bei einem Teil der Beschäftigten sogar zum Jobwechsel. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Rund vier von zehn MINT-Fachkräften in Deutschland (38,4 Prozent) berichten, dass in den vergangenen zwölf Monaten Kollegen aus ihrem Team aus KI-bezogenen Gründen das Unternehmen verlassen haben. 

Das ist das Ergebnis einer Befragung unter 817 MINT-Erwerbstätigen in Deutschland im Sommer durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der britischen Personalberatung SThree.

Veränderte Jobprofile und hohe Arbeitslast

Als Hauptgrund für die KI-bedingten Abgänge nennen 52,2 Prozent der Betroffenen, dass sich die eigene Arbeit "bis zur Unkenntlichkeit" verändert habe. Fast die Hälfte (46,5 Prozent) klagt über fehlende Entwicklungsperspektiven, und für 36,9 Prozent war die Arbeitslast nicht mehr tragbar.

Besonders stark zeigt sich diese Dynamik im Fachbereich Life Sciences (Biowissenschaften und Medizin): Hier berichten 56,8 Prozent der Befragten von KI-bedingten Teamabgängen. Zum Vergleich: In der IT-Branche liegt der Wert bei 28,9 Prozent, im Ingenieurwesen (Engineering) bei 29,6 Prozent.

Produktivitätsgewinne und positive Grundstimmung

Trotz der Abgänge sehen MINT-Spezialisten die Technologie keineswegs nur negativ. Zwei Drittel der KI-Nutzer (66,8 Prozent) geben an, dass die Produktivität ihres Teams heute höher ist als vor zwei Jahren. Die gesparte Zeit investieren viele Befragte vor allem in strategisches Denken (38,0 Prozent), Weiterbildung (29,0 Prozent) oder die Übernahme zusätzlicher Aufgaben (29,4 Prozent).

Auch emotional wird der KI-Einsatz am Arbeitsplatz überwiegend positiv wahrgenommen: Begriffe wie "anregend" (38,0 Prozent), "Neugier" (37,0 Prozent) oder "spannend" (32,7 Prozent) werden deutlich häufiger mit KI assoziiert als "Druck" (11,7 Prozent) oder "Angst" (9,3 Prozent).

Um Fachkräfte trotz der rasanten Veränderungen zu halten, fordern Beschäftigte in offenen Antworten vor allem gezielte Weiterbildungsangebote, klare Regeln für den Einsatz von KI sowie eine frühzeitige Einbindung durch das Management.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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