Top-Beraterin: Große Wahrnehmungslücke bei KI in Unternehmen

Künstliche Intelligenz gilt zunehmend als Wachstums- und Resilienzfaktor für Unternehmen. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft oft eine Lücke, sagt die Deutschland-Chefin von Accenture.
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Sind Mitarbeiter geschult für den Umgang mit KI? Die Meinungen klaffen auseinander. (Archivbild)
Sind Mitarbeiter geschult für den Umgang mit KI? Die Meinungen klaffen auseinander. (Archivbild) © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa
Davos

In vielen Unternehmen gehen Wahrnehmung und Realität beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz nach Ansicht einer Top-Beraterin deutlich auseinander. Während Führungskräfte überzeugt seien, dass ihre Firmen gut vorbereitet sind, fühlten sich viele Mitarbeitende weder ausreichend geschult noch einbezogen, sagte die Deutschland-Chefin der Beratungsgesellschaft Accenture, Christina Raab, der Deutschen Presse-Agentur. Genau diese Lücke sei ein zentrales Hemmnis für den erfolgreichen Einsatz von KI.

"Es geht nicht um "Human in the Loop", sondern um "Human in the Lead"", sagte Raab – und meint damit, dass Beschäftigte nicht nur kontrollierend eingebunden sein sollen, sondern eine aktive Rolle bei Einordnung, Bewertung und Entscheidungsfindung übernehmen müssen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten befähigt werden, KI einzuordnen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. 

Weniger als die Hälfte fühlt sich vorbereitet 

Tatsächlich zeige sich jedoch ein anderes Bild: Weniger als die Hälfte der Beschäftigten gebe in Untersuchungen an, gut auf den Umgang mit KI vorbereitet zu sein. Besonders problematisch sei die mangelnde Kommunikation. "Nur ein sehr kleiner Teil berichtet, dass Führungskräfte mit ihnen darüber sprechen, was KI konkret für ihren Job bedeutet", sagte Raab am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Diese Sprachlosigkeit erzeuge Unsicherheit, verstärke Arbeitsplatzängste und "blockiert die Geschwindigkeit, mit der KI in Unternehmen umgesetzt wird".

Trotz geopolitischer Spannungen und handelspolitischer Unsicherheiten sieht Raab aber auch vorsichtige Anzeichen für eine Stabilisierung. Viele Unternehmen bewerteten die Binnenkonjunktur wieder etwas positiver, staatliche Investitionen zeigten erste Wirkung. Doch das Aufwärtsmoment bleibe fragil.

Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Europas

Vor diesem Hintergrund gewinnt KI weiter an strategischer Bedeutung, wie Raab sagte. KI werde nicht mehr nur als Mittel zur Kostensenkung gesehen, sondern als Wachstumstreiber und Resilienzfaktor. Sie könne helfen, Lieferketten robuster zu machen, neue Produkte schneller zu entwickeln und Organisationen anpassungsfähiger aufzustellen.

Langfristig entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit Europas nach Ansicht der Beraterin an der Fähigkeit, technologische Stärke in wirtschaftlichen Erfolg zu übersetzen. Europa sei in der Forschung gut positioniert – von KI über Biotechnologie bis zu Quantentechnologien. "Die zentrale Frage ist, wie gut es gelingt, diese Innovationen zu kommerzialisieren", sagte sie.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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