Software und Cloud treiben IT-Umsätze in Deutschland an

Die Digitalbranche in Deutschland kann sich von der allgemeinen Wirtschaftsflaute abkoppeln und wächst weiterhin kräftig. Laut einer Prognose des Digitalverbandes Bitkom, die in Berlin veröffentlicht wurde, soll der Umsatz im IT- und Telekommunikationsmarkt (ITK) im laufenden Jahr 2026 um 4,4 Prozent auf rund 245 Milliarden Euro steigen.
Im Vorjahr wuchsen die ITK-Umsätze um 3,9 Prozent auf rund 235 Milliarden Euro, berichtete Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Die Zuwächse im Jahr 2025 fielen allerdings geringer aus als erwartet. Vor einem Jahr hatte Bitkom noch ein Wachstum von 4,6 Prozent vorhergesagt.
Digitalbranche größter industrieller Arbeitgeber
Mit den steigenden Umsatzzahlen baut die Digitalbranche ihre Rolle als großer industrieller Arbeitgeber aus. "In Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen zeigt sich die Digitalwirtschaft widerstandsfähig", sagte Wintergerst.
Das aktuelle Wachstum in Markt und Beschäftigung könnte verdoppelt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden. "Wir müssen weg von Überregulierung und Bürokratie, hin zu schnellen Genehmigungen, praxistauglichen Regeln und einer echten digitalen Verwaltung, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen dient, statt ihnen Nerven und Ressourcen zu rauben", forderte der Branchenvertreter.
Geschäft mit Software boomt
Umsatz-Treiber in diesem Jahr ist weiterhin die Informationstechnik. Dabei steigen vor allem die Umsätze mit Software. Für das laufende Jahr erwartet der Verband einen IT-Umsatz von 170 Milliarden Euro - 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Software-Geschäft steigt sogar um 10,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro. Dabei profitiert die Branche vor allem vom Trend, Daten und IT-Leistungen in die Cloud zu verlagern. Allein mit Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 38,3 Milliarden Euro umgesetzt, 16,4 Prozent mehr als im Vorjahr
Anwendungen Künstlicher Intelligenz spielen in der aktuellen Bilanz der Digitalwirtschaft in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle. Allerdings wächst das Segment stark. In diesem Jahr steigen die Umsätze mit KI-Plattformen um 61 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.
Weiterhin mau sieht es dagegen im Bereich der Unterhaltungselektronik aus. Nachdem das Segment bereits die vergangenen Jahre geschrumpft war, erwarten die Bitkom-Experten auch in diesem Jahr einen Umsatzrückgang um 3,2 Prozent.