So reagiert das Netz auf Merkel und das Mädchen

Nachdem Angela Merkel während eines Bürgerdialogs ein weinendes libanesisches Mädchen trösten wollte, diskutiert die Social-Media-Gemeinde nun darüber, ob sie das gut oder schlecht gemacht hat.
| (ili/spot)
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Der Moment, in dem Angela Merkel entdeckt, dass das Mädchen weint
Bundesregierung.de [Sceenshot] Der Moment, in dem Angela Merkel entdeckt, dass das Mädchen weint

Das etwas andere Geschenk zum 61. Geburtstag: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die volle Aufmerksamkeit. Das allerdings nicht wegen ihres Wiegenfestes, sondern wegen eines Vorfalls während eines Bürgerdialogs mit Jugendlichen am Mittwoch in Rostock. Dabei hatte sie sich unter anderem mit dem jungen Flüchtlingsmädchen Reem unterhalten, die seit vier Jahren in Deutschland lebt. Kurz nachdem das Mädchen von seiner Sorge erzählt hatte, abgeschoben zu werden, brach sie in Tränen aus, woraufhin Bundeskanzlerin Angela Merkel sie trösten wollte:

Angela Merkel stellt sich Zuschauerfragen: Mehr dazu in diesem MyVideo-Clip

"Du hast das doch prima gemacht", sagte sie. Was den Moderator der Veranstaltung zu dieser Anmerkung veranlasste: "Ich glaube nicht, dass es da ums Primamachen geht, sondern dass es natürlich eine sehr belastende Situation ist." Woraufhin Merkel entgegnete: "Das weiß ich, dass das eine belastende Situation ist. Deshalb möchte ich sie trotzdem einmal streicheln." Das Video der kompletten Veranstaltung hatte die Bundesregierung auf der eigenen Homepage veröffentlicht.

Seither ist nicht nur eine hitzige Debatte auf Twitter entbrannt, ob Merkel nun gut oder schlecht reagiert hat, viele machen sich auch einfach nur lustig. Hier ein Auszug:

Kommentare mit dem Hashtag #merkelstreichelt

Satiriker Jan Böhmermann (34): "Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt mit den Menschen reden muss."

Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt (49): "Die Fehler der Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik kann man nicht wegstreicheln."

Userin Marie von den Benken: "Niemand hat die Absicht, einen Streichelzoo zu errichten."

User Tristan Veith: "Ich verstehe den Aufschrei #merkelstreichelt nicht. Die Gefühle des Mädchens sind ihr sichtlich nahe gegangen. Alles Weitere war menschlich."

User waxmuth: "Fazit #merkelstreichelt: mehr empoerung ueber menschlich unbeholfenes verhalten als ueber verfehlte asylpolitik."

User RouvenB: "Mädchen so: 'Hab Angst vor der Zukunft.' Merkel so: 'Ja schade, hast aber schön vorgetragen.'"

User Andreas Trautmann: "Allgemein geht mit die virtuelle Besserwisserei von Beobachtern gegenüber Akteuren ziemlich auf den Sender."

Einen inhaltlichen Tweet gab es von der "Tagesschau": "Palästinenserin Reem wird wohl bleiben können"

Merkel der Youtube-Star

Vor zwei Jahren hatte die Bundeskanzlerin das Internet noch als "Neuland" bezeichnet, was ihr viel Häme einbrachte. Inzwischen darf sie sich getrost als Youtube-Star bezeichnen: Denn nicht nur das Youtube-Video "Angela Merkel konfrontiert mit weinendem Flüchtlingsmädchen" ist inzwischen rekordverdächtige mehr als eine Million Mal geklickt worden. Auch das Video vom Interview mit Youtube-Größe LeFloid (27) ist mehr als 2,7 Millionen Mal aufgerufen worden.

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