"Smart City Index": Deutsche Städte haben neuen Digital-Spitzenreiter

Mehrmals in Folge führte München in den vergangenen Jahren den "Smart City Index" des Digitalverbands Bitkom an. In der neuesten Ausgabe für 2026 wird die Isarmetropole jetzt jedoch von der Landeshauptstadt eines benachbarten Bundeslands abgelöst.
Der Bitkom beschäftigt sich für den "Smart City Index" mit der Frage, wie smart deutsche Großstädte mittlerweile sind. Untersucht wurden mehr als 14.400 Datenpunkte aus den Themenbereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung in 83 Städten mit einer Bevölkerungszahl ab 100.000 Personen. Es fließen unter anderem Aspekte wie die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen, digitale Services für Bürgerinnen und Bürger oder Sharing-Angebote im Großstadtverkehr mit ein.
Das ist die neue Nummer eins der smartesten Städte
In der Top Ten des Rankings gibt es im Vergleich zum Vorjahr bis auf zwei Ausnahmen viel Bewegung. Aachen arbeitet sich mit insgesamt 85,5 Punkten um ganze sechs Plätze auf Rang zehn vor, während Leipzig seine Position mit 85,9 Punkten auf der Neun hält. Bochum fällt unterdessen mit insgesamt 87,2 Punkten um drei Plätze auf die Acht. Platz sieben bleibt wie im Vorjahr bei Hannover (88,2 Punkte) und Köln rutscht mit 89,0 Punkten um zwei Ränge auf die Sechs ab.
Düsseldorf (90,9 Punkte) steigt hingegen um einen Platz auf die Fünf und Nürnberg macht gleich vier Plätze gut, verpasst mit 91,3 Zählern aber knapp das Treppchen. Sowohl Hamburg als auch München verlieren jeweils einen Rang. Die Hansestadt holt in diesem Jahr mit 91,5 Punkten Bronze, nach Bayern geht mit 92,0 Punkten die Silbermedaille. Der neue Spitzenreiter kommt aus Baden-Württemberg. Stuttgart, das 2025 noch auf Rang drei lag, sichert sich in diesem Jahr mit 92,8 Punkten Gold.
"Stuttgart liegt beim Smart City Index vorn, weil sie Digitalisierung in aller Breite angeht und als einzige Großstadt in allen Bereichen liefert: in der Verwaltung ebenso wie bei Mobilität, Energie, Infrastruktur und Bildung", erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst in einer Mitteilung. "München und Hamburg bleiben auf dem Podium. Sie sind bei der Digitalisierung ebenfalls weitergekommen und sind in vielen Bereichen Vorreiter."
Bundesländer im Mittel
Bei den Bundesländern sieht es an der Spitze genau umgekehrt aus. Bayern schnappt sich mit einem Mittelwert von 79,9 Punkten die Krone vor Baden-Württemberg (78,9 Punkte), Hessen (74,1 Punkte), Niedersachsen (73,6 Punkte) und Sachsen (73,4 Punkte). Im Vorjahr hatte Baden-Württemberg den Vergleich vor Bayern angeführt.
Unterdurchschnittlich schneidet Nordrhein-Westfalen mit 72,1 Punkten ab, auch wenn das Bundesland aufholt. Gleichzeitig muss beachtet werden, dass sich die Anzahl der aufgeführten Großstädte in den einzelnen Ländern deutlich unterscheidet. Während es in NRW 30 Großstädte im Ranking sind, sind es etwa in Rheinland-Pfalz nur fünf.
Generell ist demnach ein Unterschied zwischen kleineren und größeren Großstädten deutlich sichtbar. Städte ab einer Million Einwohnerinnen und Einwohner kommen im Mittel auf 87,5 Punkte, die mit 500.000 bis 999.999 Bürgerinnen und Bürgern auf 84,5 Punkte und die unter 150.000 auf 66,8 Punkte.