Preisvorteil? So viele Menschen nutzen die Apps von Lidl, Rewe und Co.

Egal ob Rewe, Aldi, Lidl, Penny oder Edeka: Wer heute in den Supermarkt geht, hat häufig auch die passende App auf dem Smartphone. Die Mehrheit der Deutschen möchte nicht darauf verzichten.
von  (wue/spot)
Viele Menschen nutzen die Apps von Supermarktketten.
Viele Menschen nutzen die Apps von Supermarktketten. © iStock via Getty/kzenon

Edeka, Rewe, Aldi Nord und Aldi Süd, Lidl, Penny, Netto, Kaufland und Co. setzen längst auf eigene Smartphone-Apps. Viele Kundinnen und Kunden nutzen sie regelmäßig - etwa für Angebote, Coupons und digitale Kundenkarten.

Zwei Drittel haben Supermarkt-Apps auf dem Handy

Laut einer aktuellen Bitkom-Erhebung haben 67 Prozent der 1.120 befragten Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren in Deutschland mindestens eine Supermarkt-App auf ihrem Smartphone installiert. 21 Prozent haben sogar fünf oder mehr dieser Apps. Im Schnitt nutzen die Befragten rund vier Einkaufs-Apps.

Dabei geht es den Nutzerinnen und Nutzern offenbar vor allem ums Sparen. 77 Prozent der Befragten gaben an, die Supermarkt-Apps für Rabatte und Angebote zu verwenden. Fast genauso viele nutzen mit 73 Prozent Treueprogramme oder Kundenkarten für Gewinnspiele, Treuepunkte und dergleichen. Funktionen wie Einkaufslisten interessieren nur 22 Prozent, Infos zu einzelnen Produkten holen sich sogar nur 16 Prozent ein.

Die Verbraucherzentrale warnt

Wie so oft gilt auch hier die Devise: Nichts im Leben ist geschenkt. Die Ketten bieten ihre Apps nicht aus reiner Gutmütigkeit an. "In der Regel erlauben Sie mit der Nutzung auch, dass der Händler Ihnen Werbung sendet. Mit den Apps erstellen die Unternehmen Nutzungsprofile ihrer Kund:innen und analysieren das Konsumverhalten", warnt die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite.

Verbraucherinnen und Verbraucher würden damit "mitunter tiefe Einblicke in Ihr Leben" gewähren. Für gewöhnlich werde von den Apps um Einwilligung gebeten, das jeweilige Verhalten beim Einkauf zu verarbeiten. Zu erhobenen Daten kann demnach aber nicht nur gehören, was man eingekauft hat, sondern beispielsweise auch wo und wann eingekauft wurde, die Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse. Auch der Nutzung der Daten für Marktanalysen und personalisierte Werbung könne man in den Apps häufig zustimmen. Dies könne dazu führen, dass die personenbezogenen Daten auch an Analyseunternehmen weitergereicht werden. Daher sollte man die Datenschutzeinstellungen und erteilten Einwilligungen im Blick behalten, auch bei Updates der App.

Welche Auswüchse dies alles theoretisch annehmen kann? Die Verbraucherzentrale liefert folgendes Beispiel: "Sie trinken keinen Rotwein mehr, sondern kaufen neuerdings alkoholfreien Sekt? Dann sind Sie vielleicht schwanger. Und prompt bekommen Sie ein Rabatt-Angebot für Schwangerschafts-Vitaminsäfte."

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