Nur Hälfte der Start-ups würde wieder in Deutschland gründen

Wenig Wagniskapital, kriselnde Wirtschaft: Start-ups hierzulande werden von schwierigen Bedingungen gebremst. Dazu kommen hausgemachte Probleme. Viele Gründer würden rückblickend anders entscheiden.
dpa |
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Deutsche Start-ups beurteilen den heimischen Standort gemischt (Archivbild)
Deutsche Start-ups beurteilen den heimischen Standort gemischt (Archivbild) © Christian Charisius/dpa
Berlin

Zwischen Zuversicht und Frust: Start-ups in Deutschland blicken gespalten auf den heimischen Standort. Aktuell würde nur die Hälfte wieder in Deutschland gründen, zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. 20 Prozent würden sich demnach für ein anderes EU-Land entscheiden, 11 Prozent für ein anderes Land der Welt. Die USA unter Präsident Donald Trump stehen aber auch nicht hoch im Kurs: Dort würde es rückblickend 7 Prozent der Gründer hinziehen.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland beurteilen die Start-ups ebenfalls geteilt: Gut ein Drittel (35 Prozent) berichtet von einer Verbesserung im vergangenen Jahr, mit 30 Prozent sehen fast ebenso viele aber eine Verschlechterung. Für weitere 35 Prozent ist die Lage unverändert, so die Studie, für die Anfang des Jahres 133 Techfirmen befragt wurden. 

Deutlich skeptischer fällt der Blick auf die allgemeine Situation deutscher Start-ups aus: Nur 19 Prozent sahen 2025 eine Verbesserung, 37 Prozent eine Verschlechterung. Rund jedes elfte Start-up fürchtet binnen zwölf Monaten die Insolvenz. 

Deutschland bei Wagniskapital im Rückstand

"Viele Start-ups kommen voran, aber ebenso viele kämpfen mit der schwierigen konjunkturellen Lage", sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Was allen helfen würde: leichterer Zugang zu öffentlichen Aufträgen, weniger Regulierung und mehr Möglichkeiten, Daten für innovative Services und Technologien einzusetzen." Deutschland habe in den vergangenen Jahren ein wettbewerbsfähiges Startup-System aufgebaut. Nun brauche die Branche gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Unterstützung der Politik.

Start-ups in Deutschland kommen zwar nach der Gründung relativ leicht an Geld, bei großen Summen zur Expansion sind sie aber auf ausländische Investoren angewiesen. Der Startup-Verband kritisierte kürzlich, es fehle an Wagniskapital, um Firmen großzumachen. Demnach flossen 2025 in den USA pro Kopf mehr als 700 Euro in Start-ups, in Großbritannien fast 300 Euro und in Frankreich mehr als 100 Euro. In Deutschland seien es nicht einmal 90 Euro gewesen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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