Neues iPad mini: OLED-Display, weniger Gewicht, höherer Preis

Apple rüstet sein kleinstes Tablet auf: Das iPad mini bekommt erstmals einen OLED-Bildschirm, wird dünner, leichter und ist erstmals gegen Staub und Wasser geschützt. Der Einstieg kostet nun aber mindestens 749 Euro.
von  Gerd Hilber
Passt noch in eine Hand: Apple stellte ein neues iPad mini vor, das am 6. November auf den Markt kommt.
Passt noch in eine Hand: Apple stellte ein neues iPad mini vor, das am 6. November auf den Markt kommt. © Apple

Apple bringt das iPad mini technisch näher an seine Oberklasse heran. Die achte Generation des kompakten Tablets erhält als erstes Modell der Reihe ein OLED-Display und wiegt in der WLAN-Version laut Datenblatt 255 Gramm, knapp 40 Gramm weniger als der Vorgänger. Vorbestellen lässt sich das Gerät ab Mittwoch, in den Handel kommt es am 6. November.

Größerer Bildschirm, aber kein 120-Hertz-Modus

Die Bildschirmdiagonale wächst minimal von 8,3 auf 8,5 Zoll, die Auflösung beträgt 2316 × 1512 Pixel. Weil die Displayränder schmaler ausfallen, soll das Gehäuse nach Herstellerangaben kaum größer werden. Bei der Bildwiederholrate bleibt es allerdings bei 60 Hertz. Die ProMotion-Technik, mit der Apple-Displays flexibel auf bis zu 120 Hertz schalten und Bewegungen flüssiger darstellen, fehlt dem mini weiterhin.

Für HDR-Inhalte nennt Apple eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.200 Nits, im Vollbild sind es 600 Nits. Der Vorgänger kam auf maximal 500 Nits. In dunkler Umgebung lässt sich die Helligkeit bis auf ein Nit absenken, das Kontrastverhältnis gibt der Konzern mit 2.000.000:1 an. Neu ist ein optionales mattes Nanotexturglas gegen Spiegelungen. Es kostet 130 bis 140 Euro Aufpreis und ist für das Basismodell mit 128 GB Speicher nicht erhältlich.

Erstmals geschützt gegen Staub und Wasser

Mit 5,4 Millimetern ist das Gehäuse knapp einen Millimeter dünner als bisher. Zudem trägt das Tablet eine IP67-Zertifizierung und ist damit das erste iPad, das offiziell als staub- und wassergeschützt gilt. Der Schutz greift unter festgelegten Prüfbedingungen bei vorübergehendem Untertauchen. Apple weist darauf hin, dass er mit der Zeit durch Verschleiß nachlassen kann.

Andere Eckdaten bleiben gleich. Entsperrt wird weiterhin per Fingerabdruck, Face ID gibt es nur in der iPad-Pro-Reihe. Die Akkulaufzeit beziffert Apple wie beim Vorgänger auf bis zu zehn Stunden beim Surfen und bei der Videowiedergabe. Schneller geht dagegen das Laden: In etwa 30 Minuten soll der Akku von leer auf 50 Prozent kommen.

Neues CPU-Herz mit unterschiedlich vielen Kernen - je nach Speichergröße

Im Inneren arbeitet der A20 Pro, der im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Die Ausstattung hängt vom Speicher ab. Die Varianten mit 128 und 256 Gigabyte kombinieren eine Fünf-Kern-CPU mit einer Sieben-Kern-GPU und einer 16-Kern-Neural-Engine. Nur das Modell mit 512 Gigabyte nutzt alle sechs CPU-Kerne und zudem eine doppelte 16-Kern-Neural-Engine. Wie viel Arbeitsspeicher verbaut ist, verrät Apple nicht.

Gegenüber der Vorgängergeneration verspricht der Konzern bis zu 4,5-mal so viel KI-Leistung, bis zu 2,7-mal so viel Grafikleistung und eine um bis zu 60 Prozent schnellere CPU bei Multithread-Aufgaben. Für die KI-Leistung sollen zusätzliche Beschleuniger in den Grafikkernen sorgen. Die Werte stammen aus Apples eigenen Tests, unabhängige Messungen stehen noch aus. Apple Intelligence wird unterstützt, die KI-Funktionen von Siri bleiben für Nutzer mit EU-Account in iPadOS jedoch gesperrt.

Kamera an der Längsseite, Zweitbildschirm per USB-C

Front- und Rückkamera lösen weiterhin mit 12 Megapixeln auf. Die Frontkamera mit der automatischen Bildausschnitt-Funktion Center Stage ist an die lange Gehäuseseite gewandert, was Videoanrufe im Querformat erleichtern soll. Die Weitwinkelkamera auf der Rückseite filmt in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Für besseren Klang soll ein sogenanntes Acoustic Display sorgen. Dabei sind die Tieftöner an den Bildschirm gekoppelt, die Hochtöner sitzen zwischen Glas und Aluminiumgehäuse. Ob sich das hörbar auswirkt, ist offen. Funkverbindungen übernehmen Apples eigene Chips: der N1 für WLAN 7, Bluetooth 6 und Thread, in den Mobilfunkmodellen das Modem C2, das laut Apple schneller und sparsamer arbeitet.

Für Nutzer, die am Schreibtisch arbeiten, ist eine Neuerung der Software wichtiger. Ab iPadOS 27.2 soll das iPad mini einen externen Monitor über USB-C im erweiterten Modus betreiben können. Bislang konnte die Reihe Inhalte dort nur spiegeln.

Preislich nah am iPad Air

Die WLAN-Modelle kosten 749 Euro (128 GB), 879 Euro (256 GB) und 1.129 Euro (512 GB). Mit 5G-Modem liegt der Einstiegspreis bei 919 Euro. Für die Maximalausstattung mit 512 Gigabyte und Nanotexturglas werden knapp 1.430 Euro fällig. Damit rückt das kleinste iPad preislich in die Nähe des iPad Air mit 11 Zoll. Hinzu kommt Zubehör, das separat verkauft wird, darunter ein neues Smart Folio. Unterstützt werden der Apple Pencil Pro und der Apple Pencil mit USB-C. Als Farben stehen "Mitternacht" und "Polarstern" zur Wahl.

Mit OLED, IP67-Schutz und Pro-Chip rückt das mini in die Oberklasse auf. Bei Bildwiederholrate, Gesichtserkennung und Akkulaufzeit bleibt es jedoch auf dem Niveau des Vorgängers. Ob die versprochenen Leistungssprünge und der neue Klang den Aufpreis rechtfertigen, werden unabhängige Tests nach dem Marktstart zeigen.

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