Nach 200 Millionen Euro EU-Strafe: Was Temu nun ändern will

Gefährliches Babyspielzeug und unsichere Ladegeräte: Die EU-Kommission warf dem chinesischen Online-Marktplatz Temu vor, EU-Recht zu brechen. Künftig sollen Verbraucher besser geschützt werden.
dpa |
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Temu gehört zu den beliebtesten Shoppingplattformen im Netz - steht aber immer wieder in der Kritik. (Symbolbild)
Temu gehört zu den beliebtesten Shoppingplattformen im Netz - steht aber immer wieder in der Kritik. (Symbolbild) © Hannes P Albert/dpa
Brüssel

Der Online-Riese Temu gelobt nach einer EU-Strafe von 200 Millionen Euro Besserung beim Verbraucherschutz und legt der Europäischen Kommission Änderungsvorschläge vor. Das Shoppingportal soll künftig etwa prüfen, ob seine Empfehlungsalgorithmen illegalen Produkten bei der Verbreitung helfen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Die Kommission akzeptierte die Vorschläge zunächst. Temu hat nun vier Monate Zeit, sie umzusetzen. 

Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, man schätze den konstruktiven Austausch mit der Kommission. Der Plan sei ein deutlicher Beleg für das Engagement von Temu, in eine robuste Compliance-Infrastruktur zu investieren, um eine sichere und vertrauenswürdige Einkaufsumgebung für alle Nutzerinnen und Nutzer in der EU zu gewährleisten. 

Was die Brüsseler Internetwächter Temu vorwarfen 

Die EU-Kommission hatte Temu im Mai eine Strafe von 200 Millionen Euro auferlegt. Die Behörde warf dem Unternehmen vor, Verbraucher nicht genügend vor illegalen Produkten zu schützen und die Risiken auf seiner Plattform zu unterschätzen. Das sei ein schwerer Verstoß gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA). 

Bei Testkäufen im Jahr 2025 seien demnach viele Artikel durchgefallen. Ladegeräte hätten grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden. Ein "hoher Prozentsatz" der getesteten Babyspielzeuge habe Chemikalien-Grenzwerte überschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile gegeben, so die Brüsseler Internetwächter. 

Wie Temu tägliche Strafzahlungen vermeiden will 

Temu hat sich laut EU-Kommission nun bereiterklärt, die Risikobewertung auf seinem Marktplatz künftig auf aktuelle und verlässliche Daten zu stützen und genau auf den eigenen Dienst zuzuschneiden. Auch den eigenen Empfehlungsalgorithmus müsse das Unternehmen in diesem Zusammenhang prüfen. 

Mit belastbaren Kennzahlen soll das Unternehmen belegen, ob seine Schutzmaßnahmen die Verbreitung illegaler Produkte tatsächlich verringert. Zudem muss Temu offenlegen, wo automatische und manuelle Kontrollen von Angeboten der Händler auf dem Online-Marktplatz an Grenzen stoßen. Schließlich muss der Konzern untersuchen, wie Händler die Funktionen der Plattform gezielt ausnutzen, um illegale Angebote zu verbreiten.

Sollte die Europäische Kommission entscheiden, dass Temu nicht genug zur Einhaltung der EU-Regeln tut, könnte sie nach der Millionenstrafe aus dem Mai auch tägliche Strafzahlungen für das chinesische Unternehmen anordnen. Das Verfahren gegen Temu läuft bereits seit knapp zwei Jahren.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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