Musks KI-Firma nutzte beim Training Modelle von OpenAI

Beim KI-Training gibt es die Methode, ein Modell als Lehrer einzusetzen, das neue Software wie einen Schüler anlernt. Elon Musk musste unter Eid sagen, ob er so KI des Rivalen OpenAI benutzte.
dpa |
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Tech-Milliardär Elon Musk wurde als Zeuge im Prozess um seine Klage gegen OpenAI-Mitgründer Sam Altman befragt.
Tech-Milliardär Elon Musk wurde als Zeuge im Prozess um seine Klage gegen OpenAI-Mitgründer Sam Altman befragt. © Godofredo A. Vásquez/AP/dpa
Oakland

Tech-Milliardär Elon Musk hat vor Gericht eingeräumt, dass seine KI-Firma xAI bei der Entwicklung ihrer Modelle auch Technologie des Rivalen OpenAI verwendet hat. Konkret ging es dabei um eine unter dem Begriff "Destillation" bekannte Technik, bei der Entwickler neuer Software mit Künstlicher Intelligenz sie von einem bereits existierenden Modell anlernen lassen. Vor allem kleinere KI-Firmen - etwa in China - greifen auf die Methode zurück, um Kosten und Zeit zu sparen.

Musk wurde als Zeuge im Prozess um seine Klage gegen den Mitgründer des ChatGPT-Erfinders OpenAI, Sam Altman, befragt. Dabei wollte ein Anwalt der Altman-Seite wissen, ob auch Musks KI-Firma xAI per "Destillation" Modelle von OpenAI zum Training verwendet habe. Der Tech-Milliardär, der unter Eid stand, versuchte zunächst, der Frage auszuweichen. Das sei etwas, was "generell alle KI-Firmen" machten, sagte er. Als der Anwalt nicht locker ließ, antwortete Musk: "Teilweise."

Streit um Rechtsform von OpenAI

In dem Prozess wirft Musk Altman sowie dem OpenAI-Top-Manager Greg Brockman vor, sie hätten "eine wohltätige Organisation gestohlen". Musk war ursprünglich unter den Mitgründern des KI-Entwicklers. OpenAI wurde mit dem Ziel gegründet, an Künstlicher Intelligenz im Interesse der Menschheit zu forschen. 

Musk behauptet, dass unter der Aufsicht von Altman und Brockman inzwischen der gesamte Wert von OpenAI stattdessen in einem auf Gewinn ausgerichteten Teil konzentriert sei. OpenAI kontert, dass die Kontrolle weiterhin beim Non-Profit-Kern liege.

Musk hatte den OpenAI-Verwaltungsrat 2018 verlassen und 2020 jegliche Unterstützung eingestellt. Der Anwalt von OpenAI präsentierte bei der Befragung E-Mails und Textnachrichten, die den Eindruck erwecken, dass Musk 2017 versuchte, die Kontrolle über einen gewinnorientierten Teil von OpenAI zu bekommen. Die Einstellung seiner vierteljährlichen Zahlungen von fünf Millionen Dollar interpretierte der Anwalt als Versuch, OpenAI dafür unter Druck zu setzen. Musk entgegnete, ihm seien zu dem Zeitpunkt Zweifel an den Absichten von Altman und Brockman gekommen.

Dünnhäutiger Musk im Zeugenstand

Der Tech-Milliardär fordert in seiner Klage, dass Altman und Brockman ihre Posten bei OpenAI verlieren - sowie dass die Struktur des ChatGPT-Entwicklers geändert wird. OpenAI hält ihm vor, er wolle mit seiner Klage einen starken Konkurrenten für xAI bremsen. 

Musk reagierte bei der zweitägigen Befragung wiederholt dünnhäutig auf Fragen des OpenAI-Anwalts, dem er vorwarf, ihn austricksen zu wollen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers ermahnte ihn an einem Punkt, dass er kein Anwalt sei. Musk hatte dem OpenAI-Anwalt vorgehalten, er stelle ihm Suggestivfragen. Sein eigener Anwalt war bei der Befragung mehrfach gestoppt worden, weil er Musk mit Suggestivfragen zu bestimmten Antworten leiten wollte.

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