Ex-Krypto-König Bankman-Fried will neuen Prozess

Einst wurde Sam Bankman-Fried als Finanzgenie und Galionsfigur einer Zukunftswelt des Digitalgelds gefeiert. Der verurteilte Betrüger versucht erneut, seine jahrzehntelange Haft zu verkürzen.
dpa |
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Sam Bankman-Fried, Gründer der Kryptowährungs-Börse FTX, wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. (Archivbild)
Sam Bankman-Fried, Gründer der Kryptowährungs-Börse FTX, wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. (Archivbild) © Bebeto Matthews/AP/dpa
New York

Der wegen Betrugs verurteilte ehemalige Digitalgeld-Unternehmer Sam Bankman-Fried hat einen neuen Prozess beantragt. Der 33-Jährige argumentiert unter anderem, dass zwei ehemalige Manager seiner Kryptowährungs-Börse FTX, die nicht im ersten Verfahren aussagten, ihn als neue Zeugen entlasten könnten. Der zu 25 Jahren Haft verurteilte Bankman-Fried vertritt sich bei dem Vorstoß bisher selbst, der Antrag wurde von seiner Mutter eingereicht.

FTX, einer der größten Handelsplätze für Kryptogeld wie Bitcoin, war Ende 2022 spektakulär zusammengebrochen. Bankman-Fried wurde auf den Bahamas festgenommen und an die USA ausgeliefert.

Milliarden-Loch oder Liquiditätskrise?

Während das Geschäft mit Kryptowährungen kompliziert sein kann, wurde Bankman-Fried am Ende klassischer Betrug zur Last gelegt: Veruntreuung von Kundenvermögen. Bankman-Fried stand auch hinter einem Hedgefonds namens Alameda Research, der riskante Geschäfte machte und sich Mittel bei FTX lieh. 

Eigentlich hätten dabei Sicherheiten hinterlegt werden müssen. Es gab auch Computersysteme, die dafür sorgen sollten. Doch diese Software machte eine heimliche Ausnahme für Alameda. Dadurch konnte der Hedgefonds bei FTX so tief ins Minus gehen, wie er wollte. Als Alameda-Geschäfte schiefgingen, klaffte in der FTX-Kasse der Anklage zufolge ein Milliarden-Loch. Bankman-Fried behauptet dagegen, FTX habe zwar in einer eine Liquiditätskrise gesteckt, sei aber grundsätzlich zahlungsfähig gewesen.

Berufungsverfahren läuft bereits

Bankman-Fried versucht, den Prozess neu aufzurollen, während bereits ein Berufungsverfahren zu dem Urteil läuft. Auch da bemängeln seine Anwälte, der Richter habe die Geschworenen nicht die Information hören lassen, dass FTX eigentlich genug finanzielle Mittel gehabt habe, um die Investoren auszubezahlen. Zusätzlich versucht das Bankman-Fried-Lager Medienberichten zufolge, eine Begnadigung durch Präsident Donald Trump zu erreichen. Darauf in einem Interview der "New York Times" angesprochen, sagte Trump, dass er nicht vorhabe, Bankman-Fried zu begnadigen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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