Eintrittskarten weiterverkaufen: Das Problem mit Resale-Portalen

Oft sind Tickets für Konzerte oder Sportevents schnell vergriffen. Der Zweitmarkt floriert, die Preise sind allerdings alles andere als verbraucherfreundlich. Jetzt schaltet sich sogar die Politik ein.
(wue/spot) |
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Tickets für Konzerte oder andere Veranstaltungen werden zu teils äußerst hohen Beträgen weiterverkauft.
Tickets für Konzerte oder andere Veranstaltungen werden zu teils äußerst hohen Beträgen weiterverkauft. © iStock via Getty/ChiccoDodiFC

Begehrte Tickets für die Konzerte von Megastars, Festivals, das Pokalfinale oder das nächste Bundesliga-Derby können schnell vergriffen sein. Als Alternative bleiben dann oftmals nur Ticketbörsen. Dort sind Karten zwar häufig zu finden, leider jedoch in vielen Fällen mit hohem Aufpreis. Die Verbraucherzentrale warnt, die Politik sitzt an einem Gesetzentwurf und Stefanie Hubig (57), Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, spricht von "Abzocke".

Kritik an Zweitmarkt um Eintrittskarten

"Was ursprünglich als flexible Möglichkeit zur privaten Weitergabe gedacht war, hat sich gerade abseits der autorisierten Plattformen zu einem professionell organisierten, hochkommerzialisierten und intransparenten Zweitmarkt entwickelt", warnte die Verbraucherzentrale erst kürzlich in einer Pressemitteilung.

Zwar sei ein Zweitmarkt für Tickets grundsätzlich sinnvoll - etwa wenn jemand krank wird und seine Karte deshalb schnell loswerden möchte - und man unterstütze einen "ungehinderten und fairen Weiterverkauf für Privatpersonen vollumfänglich", ein großes Problem sei allerdings, dass dieser Zweitmarkt längst gewerblich genutzt werde. Tickets würden systematisch aufgekauft und dann zu deutlich höheren Preisen weiterverkauft. Es seien teils Preisaufschläge von mehr als 250 Prozent dokumentiert, jährlich würden über Resale-Portale weltweit geschätzt 13 Milliarden Euro umgesetzt. Daneben gebe es für Verbraucherinnen und Verbraucher Risiken wie beispielsweise eine fehlende Transparenz beim Originalpreis oder Probleme mit personalisierten, ungültigen sowie mehrfach verkauften Tickets.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband, die Verbraucherzentrale Bayern und der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) haben darum dazu aufgefordert, gesetzlich nachzubessern. Gefordert werden unter anderem wirksame Methoden gegen "wucherähnliche Preisaufschläge", eine Informationspflicht zur Identität von Anbietern oder auch verpflichtende Angaben zu Originalpreisen sowie Preisaufschlägen.

Regierung möchte Zweitmarkt "strenger regulieren"

Die deutsche Regierung scheint derartigen Forderungen im Kern zuzustimmen. "Wir wollen dieser Abzocke die rote Karte zeigen", sagt Hubig der "Sportschau". Man habe im Koalitionsvertrag "eine klare Vereinbarung" verankert und es werde an einem Gesetzesentwurf gearbeitet.

"Diese Abzocke auf dem Zweitmarkt ist ein echtes Ärgernis. Hier bereichern sich einige Geschäftemacher auf Kosten echter Fans", erläutert die Justizministerin. Besonders hart würden "Menschen mit kleinem Geldbeutel" getroffen. Darum solle der Zweitmarkt strenger reguliert werden. Ein generelles Verbot stehe nicht im Raum. "Natürlich wollen wir den Weiterverkauf von Tickets nicht pauschal verbieten", erläutert Hubig. "Denn auch echten Fans kann es mal passieren, dass sie ein gekauftes Ticket wieder verkaufen wollen. Uns geht es um diejenigen, die den großen Reibach damit machen wollen, dass sie anderen die begehrten Tickets vor der Nase wegschnappen."

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