Ärger um Standortdaten: Google muss 400 Millionen zahlen

Eine jahrelange Untersuchung zum Umgang mit Standortdaten bringt dem Konzern eine hohe Strafe ein. Google hat die Missstände laut eigenen Angaben behoben. Nutzer müssen aber auch selbst tätig werden.
dpa |
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Google muss wegen Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung mehr als 400 Millionen Euro Strafe zahlen. (Archivfoto)
Google muss wegen Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung mehr als 400 Millionen Euro Strafe zahlen. (Archivfoto) © Christian Charisius/dpa
Dublin

Der US-Techgigant Google muss wegen Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mehr als 400 Millionen Euro Strafe zahlen. Das teilte die irische Datenschutzkommission DPC mit. Demnach geht es um den Umgang mit Standortdaten von Nutzern zwischen 2018 und 2020. 

Beanstandet wurde die Verarbeitung der Standortdaten in den Bereichen Web- und App-Aktivitäten, Standortverlauf und Standortgenauigkeit.

Betroffene Personen seien sich möglicherweise nicht darüber im Klaren gewesen, dass ihre Standortdaten beispielsweise dazu verwendet wurden, sie mit Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen, und dass sie die Kontrolle über ihre persönlichen Daten verlieren konnten, sagte der stellvertretende Leiter der Behörde, Graham Doyle, einer Mitteilung zufolge. Dass die Standortdaten der Nutzer länger als erforderlich gespeichert wurden, habe diesen Kontrollverlust verschärft.

Verbraucherschützer hatten Beschwerde eingereicht

Ein Google-Sprecher teilte dazu mit, es gehe um frühere Praktiken, die inzwischen aktualisiert worden seien. "Seit 2019 haben wir unsere Verfahren umfassend weiterentwickelt und leistungsfähige Tools eingeführt, mit denen sich Standortdaten einfach verwalten lassen", so der Sprecher weiter.

Demnach könne inzwischen eingestellt werden, dass Daten automatisch in einem Abstand von 3, 18 oder 36 Monaten gelöscht würden. Zeitachsendaten werden demnach direkt auf dem Gerät gespeichert. Personalisierte Werbung könne ganz abgeschaltet werden. Der Standort werde inzwischen nur noch ungefähr gespeichert und alle Informationen über den Umgang mit Standort und Kontoeinstellungen seien zudem nun an einer zentralen Stelle gebündelt.

Google hat seinen europäischen Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin, daher sind die irischen Datenschützer zuständig. Die Untersuchung war 2020 eingeleitet worden, nachdem sich mehrere europäische Verbraucherschutzorganisationen beschwert hatten.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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