50 Jahre Apple: Fünf vergessene Produkte

50 Jahre ist es her, dass Steve Jobs und Steve Wozniak den heutigen Tech-Giganten Apple gründeten. An einige ihrer Innovationen erinnert sich heute aber kaum noch jemand.
(elm/spot) |
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Apple feiert 50. Geburtstag.
Apple feiert 50. Geburtstag. © tang90246/iStock via Getty Images

Wenn man heute auf die Erfolgsgeschichte von Apple blickt, dominieren iPhone, Mac und iPad die öffentliche Wahrnehmung. Doch die Innovationskraft des Unternehmens zeigt sich nicht nur in seinen Erfolgen, sondern auch in jenen Produkten, die nie den Durchbruch schafften. Gerade diese vielerorts vergessenen Geräte geben Einblick in Apples Experimentierfreude - und in die Risiken, die mit technologischen Sprüngen verbunden sind.

Apple Lisa: Visionär, aber seiner Zeit voraus

Als der Apple Lisa im Jahr 1983 erschien, war er technologisch seiner Zeit weit voraus. Er gehörte zu den ersten kommerziell verfügbaren Computern mit grafischer Benutzeroberfläche, Icons und Maussteuerung - Konzepte, die heute selbstverständlich sind. Ihre Ursprünge lagen jedoch bereits in früheren Entwicklungen wie dem Xerox Alto und dem Xerox Star, die Apple maßgeblich inspirierten.

Der Fortschritt hatte allerdings seinen Preis: Mit einem Einstiegspreis von 9.995 US-Dollar war der Lisa für die meisten Unternehmen und Privatkunden kaum erschwinglich. Hinzu kamen technische Probleme, insbesondere mit den anfälligen "Twiggy"-Diskettenlaufwerken, sowie eine begrenzte Softwareauswahl. Obwohl der Lisa kommerziell scheiterte, beeinflusste er die weitere Entwicklung bei Apple deutlich und trug dazu bei, den Weg für den später erfolgreichen Macintosh zu ebnen.

Newton MessagePad: Ein früher Blick in die mobile Zukunft

Mit dem Newton MessagePad wagte Apple 1993 den Schritt in eine neue Gerätekategorie: den Personal Digital Assistant. Das Gerät verfügte über einen berührungsempfindlichen Screen, einen Eingabestift und eine Handschrifterkennung, alles Funktionen, die heute fest mit Smartphones und Tablets verbunden sind.

Der Einstiegspreis lag bei 699 US-Dollar und stieg bei späteren Modellen deutlich an. Vor allem die anfänglich unausgereifte Handschrifterkennung wurde zum Problem und machte das Gerät zum Ziel öffentlicher Kritik. Trotz seines kommerziellen Misserfolgs gilt der Newton heute als wichtiger Vorläufer moderner mobiler Geräte.

Macintosh TV: Ein Konzept zwischen zwei Welten

1993 versuchte Apple, Computer und Fernsehen in einem Gerät zu vereinen. Der Macintosh TV basierte optisch auf dem Macintosh LC 520 und integrierte einen TV-Tuner in ein All-in-One-System.

Die Idee war ihrer Zeit voraus, doch die Umsetzung blieb unausgereift. Nutzer konnten entweder fernsehen oder am Computer arbeiten, jedoch nicht beides gleichzeitig. Diese Einschränkung, kombiniert mit einem vergleichsweise hohen Preis, machte das Gerät für viele unattraktiv. Mit rund 10.000 verkauften Exemplaren blieb der Macintosh TV ein Nischenprodukt - wird heute jedoch oft als früher Vorläufer moderner Medienzentren betrachtet.

Apple Pippin: Der gescheiterte Einstieg ins Gaming

Mitte der 1990er-Jahre versuchte Apple gemeinsam mit Bandai im Konsolenmarkt Fuß zu fassen. Apple Pippin war als Mischung aus Spielekonsole und Multimedia-Plattform konzipiert und basierte technisch auf Macintosh-Technologie.

Mit einem Preis von 599 US-Dollar in den USA war das System teurer als konkurrierende Konsolen wie die Sony PlayStation oder der Sega Saturn. Gleichzeitig fehlte es an überzeugenden Spielen und einer klaren Marktpositionierung. Die Kombination aus hohem Preis, schwachem Softwareangebot und unklarer Zielgruppe führte dazu, dass Apples Pippin nur geringe Verkaufszahlen erreichte und schnell wieder vom Markt verschwand.

Twentieth Anniversary Macintosh: Luxus statt Massenmarkt

Zum 20-jährigen Firmenjubiläum präsentierte Apple 1997 den Twentieth Anniversary Macintosh, kurz TAM. Anders als klassische Produkte war dieses Gerät bewusst als exklusives Designobjekt positioniert. Mit einem Einführungspreis von 7.499 US-Dollar richtete sich der Rechner klar an ein wohlhabendes Publikum.

Der TAM bot für seine Zeit ein außergewöhnliches Design mit flachem LCD-Bildschirm, Soundsystem und hochwertigen Materialien. Zusätzlich gehörte ein persönlicher Lieferservice zum Konzept. Trotz dieser Besonderheiten blieb der kommerzielle Erfolg aus. Erst deutliche Preissenkungen gegen Ende des Produktzyklus führten zu steigenden Verkaufszahlen. Heute gilt der TAM vor allem als Design-Ikone und Ausdruck von Apples gestalterischem Anspruch.

Scheitern als Innovationsmotor

Diese fünf Produkte zeigen, dass Apples Weg zum Erfolg keineswegs geradlinig war. Viele Ideen, die zunächst scheiterten, fanden später in ausgereifter Form ihren Platz im Markt. Der Lisa trug zur Etablierung grafischer Benutzeroberflächen bei, der Newton bereitete den Weg für mobile Geräte, und selbst Konzepte wie der Macintosh TV oder die Pippin wirken aus heutiger Perspektive überraschend vertraut. Gerade diese weniger erfolgreichen Produkte sind daher mehr als nur Randnotizen. Sie verdeutlichen, dass Innovation oft mit Umwegen verbunden ist.

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