40 Jahre "The Legend of Zelda": Warum die Reihe bis heute funktioniert

Vor "langer, langer Zeit" drohte Ganon die Welt in Angst und Dunkelheit zu stürzen. Aber "es war nicht alles verloren". Ein junger Abenteurer namens Link machte sich auf, dem Bösewicht Einhalt zu gebieten und Zelda, die Prinzessin eines kleinen Königreichs im Lande Hyrule, zu befreien. So stand es einst in der Anleitung geschrieben, die in Deutschland dem güldenen Spielmodul beilag, auf dem sich "The Legend of Zelda" befand.
In der Realität sind mittlerweile 40 Jahre vergangen, seit der erste Teil einer der erfolgreichsten und beliebtesten Videospielreihen erstmals erschienen ist. Und der junggebliebene Held Link sowie Prinzessin Zelda sind zu zwei der bekanntesten Figuren der gesamten Videospielwelt geworden.
"The Legend of Zelda": Wie alles begann
Während im weit, weit entfernten Japan schon längst gespielt wurde, mussten Gamerinnen und Gamer in Nordamerika und Europa noch eine ganze Weile warten. "The Legend of Zelda" wurde für Nintendos Family Computer (Famicom) im Februar 1986 auf den Markt gebracht - zeitgleich mit dem Famicom Disk System, einem zusätzlichen Diskettenlaufwerk für die Konsole. Wer nicht damals schon das Spiel und die Hardware importieren ließ, kam in Europa erst im November 1987 in den Genuss, in die fantasievolle Welt von Zelda und Link einzutauchen.
Eine abgeänderte Version des Famicom war hierzulande etwas mehr als ein Jahr zuvor als Nintendo Entertainment System (NES) auf den Markt gebracht worden. Vor allem ältere Millennials und Videospielfans aus der Generation X dürften beim Gedanken an den ersten Teil verklärt zurückblicken. Für viele war es ein zauberhafter Moment, als sie das goldfarbene Modul, auf dem "The Legend of Zelda" ausgeliefert wurde, erstmals auspacken durften. Wie man es damals halt so machte, wurde erst einmal in die Cartridge gepustet, bevor diese im Modulschacht verschwand.
Zu den Klängen von Kōji Kondōs (64) unvergesslicher Musik starteten sie in ein Abenteuer ungeahnter Ausmaße, das bis heute in Erinnerung bleiben sollte und unzählige weitere Games nach sich zog. Schon kurz darauf flimmerten Worte über den Bildschirm, die unter Videospielfans legendär werden sollten: "It's dangerous to go alone! Take this." Weil es alleine in der Spielwelt gefährlich sei, erhielten sie von einem alten Mann in einer Höhle ein Schwert. Sie konnten sich endlich aus der Vogelperspektive daran machen, das Land zu erkunden, sich dem Bösen zu stellen und die Prinzessin zu befreien.
Ohne eine Höhle kein "Zelda"
Auch wenn die Geschichte an sich noch einfach gestrickt war, regte die zu diesem Zeitpunkt für ein Konsolenspiel außergewöhnlich frei erkundbare Welt die Fantasie der Spielerinnen und Spieler an. Sie kämpften, suchten nach Geheimnissen und verloren sich für Stunden in einem Abenteuer, das sie sich so wohl nicht erträumt hatten. Über die Jahre hinweg wurde dieses recht enge Gerüst einer Geschichte in zahlreichen Teilen der Hauptreihe und Ablegern immer weiter und weiter ausgeschmückt.
Einer der Väter des Ganzen, Shigeru Miyamoto (73), zementierte mit den "Zelda"-Spielen seinen Status als eine der wichtigsten Personen der Branche und wohl auf Ewigkeiten als eine der absoluten Legenden von Nintendo und des Gamings im Allgemeinen. Als ob es nicht schon ausgereicht hätte, dass Miyamoto unter anderem auch hinter den "Super Mario"-Spielen steckt.
Er nahm sich die Natur seiner Heimat sowie Erfahrungen aus seiner Kindheit zum Vorbild, wie Miyamoto im Gespräch mit dem Journalisten und Autor David Sheff (70) einst anklingen ließ. Als Kind entdeckte er demzufolge etwa unerwartet bei einer Wanderung einen See und auch der Eingang einer Höhle, die er sich erst nicht zu betreten wagte, ließ seinen Entdeckergeist Freudensprünge machen. Miyamoto musste erst den Mut fassen, mit einer selbstgebastelten Laterne in der Hand. Das spätere Hochgefühl bei seiner Erkundungstour habe er nie vergessen. Und dieses Hochgefühl, diese Lust am Entdecken, ist es auch, was alle Generationen noch heute fasziniert, wenn sie sich wie aus den Augen eines Kindes durch die märchenhaften Spiele schlagen.
Zwischen Memes und einem Kinofilm
Mit seiner auf Erkundung ausgelegten Welt wurden das erste "The Legend of Zelda" und die Reihe auch zur Vorlage und zur Inspirationsquelle unzähliger weiterer Videospielwerke unterschiedlichster Genres und Entwickler. Gerne wird dem Spiel eine Vorreiterrolle zugeschrieben, wenn es um moderne Action-Rollenspiele geht, auch wenn viele den ersten Teil selbst nicht als Rollenspiel betrachten.
Der "Zelda"-Geist und Referenzen lassen sich quasi überall finden, denn auch die allgemeine Popkultur beeinflusste Miyamoto. Gamer und Nicht-Gamer lachen über abertausende Memes. In Cosplays feiern Fans seit vielen Jahren ihre Liebe zu den Charakteren und auch in TV und Film, wie etwa in "South Park", lassen sich Anspielungen finden. Der Regisseur Edgar Wright (51) deutete an, von Miyamoto höchstpersönlich die Erlaubnis erhalten zu haben, Musik aus der Reihe für "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" nutzen zu dürfen.
Eine wichtige Rolle werden Fans bekannte Melodien vermutlich auch in einer geplanten "The Legend of Zelda"-Realverfilmung einnehmen, die in Zusammenarbeit von Nintendo und Sony Pictures entsteht. Im letzten November wurden erste Bilder veröffentlicht und Miyamoto bestätigte, dass die Veröffentlichung für den 7. Mai 2027 geplant ist. Die Hauptrollen übernehmen mit Benjamin Evan Ainsworth (17) und Bo Bragason (21) zwei noch recht unbekannte Jungschauspieler.
Auf eine der wohl ungewöhnlichsten Weisen drückte der im Jahr 2014 verstorbene Schauspieler Robin Williams seine Vorliebe schon im Jahr 1989 aus. Als seine Tochter geboren wurde, gab er ihr den Namen der Prinzessin. Marsha Garces (69) und ihr Mann spielten "The Legend of Zelda" auf dem NES, als die kleine Zelda noch im Bäuchlein ihrer Mutter heranwuchs. Im Jahr 2011 erzählte Robin Williams, dass viele meinten, seine Tochter sei nach der Ehefrau des Schriftstellers F. Scott Fitzgerald benannt, doch das stellte er unmissverständlich klar: "Nein, es ist Zelda wegen 'The Legend of Zelda'." Und er scherzte an seine Tochter gerichtet: "Du kannst dich glücklich schätzen, dass du nicht Mario oder Luigi heißt [...]."